Braunschweig. Vor der Landtagswahl wollen die Jugendlichen ihre Stimme erheben. Ihre Kritik: Die Landesregierung habe Energiewende und Verkehrswende verschleppt.

Nur zwei Wochen nach dem weltweiten Klimastreik ruft „Fridays for Future“ anlässlich der Landtagswahl am 9. Oktober an verschiedenen Orten in ganz Niedersachsen erneut zu Kundgebungen auf. „Auch in Braunschweig wird gestreikt“, kündigt Pressesprecherin Nele Evers an. Los geht es um 15 Uhr auf dem Schlossplatz.

Unter dem Motto #genugverWEILt fordern die Aktivistinnen und Aktivisten von der neuen Landesregierung ambitionierte, schnelle Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise, heißt es in der Pressemitteilung – „egal, welche demokratischen Parteien die zukünftige Landesregierung bilden“. Und sie betont: „Insbesondere, weil viele der Aktivist*innen aufgrund ihres Alters noch nicht wahlberechtigt sind, ist es ihnen ein wichtiges Anliegen, dennoch ihre Stimme für Klimagerechtigkeit zu erheben und auf die Straße zu gehen.“

Die Landesregierung habe unter Stephan Weil (SPD) dringend notwendige Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise – etwa die Energiewende und die Verkehrswende – verschleppt, so Evers. In einer Zeit, in der sich Krisen zuspitzten, brauche es radikale, sozial gerechte Veränderung. „Es darf zum Beispiel keine neuen Investitionen in fossile Infrastruktur geben!”, sagt Nele Evers.

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900 Menschen hatten sich zuletzt am Klimastreik in Braunschweig beteiligt

Erst vor zwei Wochen hatte „Fridays for Future“ weltweit zum Klimastreik aufgerufen – für die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze und eine angemessene Krisenbewältigung, so die Organisatoren. In mehr als 250 Städten bundesweit haben Tausende Menschen demonstriert. In Braunschweig beteiligten sich laut der Polizei rund 900 Menschen an der Kundgebung auf dem Schlossplatz und dem Demozug durch die Innenstadt.

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Die Schülerin Nele Evers, Sprecherin der Braunschweiger FFF-Ortsgruppe, kritisierte auf der Bühne: „Milliarden für die Bundeswehr sind drin – aber eine Fortsetzung des 9-Euro-Tickets nicht?! Regierungen können sich entscheiden, eine Politik für Menschen zu machen statt für Konzerne! Sie können sich entscheiden, eine sozial-gerechte Politik zu machen, die auch das Klima schützt.“ Ihr Appell: „Wir machen weiter, weil wir wissen, dass wir es schaffen können!“ Eine andere Welt sei möglich.

Einen Klimawahlcheck von „Fridays for Future“ finden Sie hier.

Der Demozug von „Fridays for Future“ in Braunschweig führte beim globalen Klimastreik im September über Waisenhausdamm und Friedrich-Wilhelm-Straße durch die Innenstadt.
Der Demozug von „Fridays for Future“ in Braunschweig führte beim globalen Klimastreik im September über Waisenhausdamm und Friedrich-Wilhelm-Straße durch die Innenstadt. © Braunschweiger Zeitung | Bernward Comes

„Fridays for Future“ fordert Sondervermögen von 100 Milliarden Euro

Eine Forderung von FFF: ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Damit könnte zum Beispiel die Energiewende extrem beschleunigt und deutschlandweit kostengünstiger ÖPNV umgesetzt werden, sagte Nele Evers. „Von der deutschen Regierung erwarten wir entschlossene Maßnahmen zur Emissionsreduktion und das Wahrnehmen historischer Verantwortung – beispielsweise durch angemessene Entschädigungszahlungen, aber auch das Einbeziehen der Perspektiven und Forderungen von Menschen aus schon heute stark von der Klimakrise betroffenen Staaten in klimapolitische Entscheidungen.“

Ein weiterer Redner in Braunschweig, der Student Steffen, erinnerte an den Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome von 1972. „Seitdem wissen wir doch: Wachstum und Ressourcenschutz sind nicht miteinander vereinbar“, so Steffen. Auch „grünes Wachstum“ sei ein längst widerlegter Mythos. Sein Fazit: „Eine echte Veränderung ist im Kapitalismus nicht möglich. Es braucht eine Abkehr vom kapitalistischen Wirtschaftssystem.“

Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich am Klimastreik auf dem Schlossplatz in Braunschweig. Maris vom Orga-Team stimmte auf den folgenden Demozug durch die Innenstadt ein.
Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich am Klimastreik auf dem Schlossplatz in Braunschweig. Maris vom Orga-Team stimmte auf den folgenden Demozug durch die Innenstadt ein. © Braunschweiger Zeitung | Bernward Comes

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