ÖPNV in Braunschweig

Braunschweig: Die BSVG verkauft 13.000 Neun-Euro-Tickets

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Haltestelle Rathaus: Dort halten besonders viele Busse der BSVG.

Haltestelle Rathaus: Dort halten besonders viele Busse der BSVG.

Foto: Peter Sierigk

Braunschweig.  Während der Sommerferien werden mehr Straßenbahnen zum Hauptbahnhof fahren. Die BSVG erhofft sich so einiges.

Große Chance oder Chaos? Ab Mittwoch gilt das 9-Euro-Ticket im ÖPNV. Die BSVG hat binnen weniger Tage 13.000 dieser Tickets in Braunschweig verkauft und hofft nun, neue Kunden zu gewinnen.

Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen einbrechen lassen. Und bei der BSVG heißt es daher: Es gehe nicht nur darum, neue Kunden zu gewinnen, sondern auch darum, Fahrgäste zurückzugewinnen. Wenn seit vergangenem Mittwoch 13.000 Tickets verkauft wurden, dann zeige dies allerdings, „dass ein großes Interesse am 9-Euro-Ticket besteht. Die Aktion kommt sehr gut bei den Braunschweigerinnen und Braunschweigern an“, so BSVG-Sprecher Felix Weitner.

Was das aber genau für Braunschweig heißt, lasse sich nur schwer abschätzen. Weil der Bund das Ticket finanziert, rechnet die BSVG zwar nicht damit, dass die Bilanz in Schieflage gerät. Die Auswirkung auf das Tagesgeschäft ist freilich unklar: Erfahrungswerte gibt es keine. Das 9-Euro-Ticket wurde zudem vergleichsweise schnell eingeführt.

Für die BSVG heiße das, so Weitner: „Wir werden die Situation genau beobachten. Auf Engpässe kann jedoch nur sehr begrenzt reagiert werden, da keine zusätzlichen Personal- und Fahrzeugressourcen so kurzfristig und für diesen kurzen Zeitraum vorhanden sind.“ Die BSVG wirbt bereits seit langer Zeit um mehr Fahrpersonal.

BSVG: „Zusätzliche Kapazitäten sind durchaus vorhanden“

Es schwingt die Hoffnung mit: „Im Sommer ist die Nachfrage jedoch deutlich geringer als im Winterhalbjahr, so dass durchaus Kapazitäten für zusätzliche Fahrgäste vorhanden sind.“ Wenn Mitte Juli die Sommerferien beginnen, werde auch wieder der Ferien-Fahrtplan greifen. Erheblich mehr Personal werde aber auch in dieser Zeit nicht zur Verfügung stehen, so der Sprecher: „Zumal wir auch für unsere anstehende Baumaßnahme Schienenersatzverkehr leisten müssen.“ Zwischen der Weststadt und Rüningen werden die Gleise der Straßenbahnlinie 5 saniert.

Die BSVG rechnet allerdings damit, dass viele Braunschweiger mit dem 9-Euro-Ticket den Zug nutzen werden. Der Hauptbahnhof soll darum während der Ferien besser erreichbar sein. Weitner: .„Wir haben bereits beschlossen, dass wir die Anbindung des Hauptbahnhofs in den Ferien verstärken. Die Linie 10 wird hier von 14 bis 18 Uhr alle 15 Minuten verkehren, statt wie im Ferienfahrplan nur alle 30 Minuten.“ Straßenbahnen der Linie 10 pendeln zwischen Wenden im Norden der Stadt und Stöckheim im Süden. Die Fahrt führt über den Hauptbahnhof.

Weitere Infos zum 9-Euro-Ticket finden Sie hier:

BSVG erhofft sich langanhaltende Effekte

Wobei die Verkehrsbetriebe darauf setzen, dass mit der Einführung des 9-Euro-Tickets nicht nur die Debatte darüber befördert wird, wie sich der ÖPNV nachhaltig verbessern lässt. Der BSVG-Sprecher meint: „Wir wollen, dass der Effekt des 9-Euro-Tickets auch über die drei Monate hinaus eine große Wirkung hat. Daher plant die BSVG Aktionen mit dem Ziel, neugewonnene Fahrgäste dauerhaft als Nutzer unseres ÖPNV-Angebots zu behalten.“ Allerdings: „Voraussetzung hierfür ist jedoch auch eine langfristige Sicherung der Finanzierung des ÖPNV durch Bund und Land. Sonst wird das 9-Euro-Ticket nicht mehr als ein Strohfeuer sein.“

Wer noch ein 9-Euro-Ticket kaufen will, der hat dazu in Braunschweig viele Möglichkeiten: im BSVG-Service-Center am Bohlweg und im Service-Point am Hauptbahnhof, in den Vorverkaufsstellen der BSVG, in der App „Meine BSVG“, in den Bussen beim Fahrpersonal sowie in den Stadtbahnen am Fahrscheinautomaten.

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