Innenstadt

Acht Baulücken in der Braunschweiger City sollen verschwinden

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Eine der markantesten Baulücken in der Innenstadt: Bohlweg 3.

Eine der markantesten Baulücken in der Innenstadt: Bohlweg 3.

Foto: Stefan Lohmann / regios24

Braunschweig.  Die Stadt will die Eigentümer mit finanziellen Zuschüssen dazu bewegen, ihre Gebäude aufzustocken. Um welche Lücken es geht, zeigen wir hier.

Die kriegsbedingten Baulücken in der Innenstadt sind keine optischen Schmuckstücke. Wie Zahnlücken unterbrechen sie die Fassaden. Besonders auffällig ist das zum Beispiel am Bohlweg – direkt gegenüber der Schlossarkaden. Die Stadtverwaltung will nun einen neuen Anlauf starten, damit die acht markantesten Lücken geschlossen werden. Die Eigentümer sollen über einen finanziellen Zuschuss animiert werden, etwas zu tun.

Es geht jetzt insbesondere um die beiden Lücken am Bohlweg, um drei Baulücken am Kattreppeln sowie um weitere Lücken am Sack, am Marstall und Vor der Burg. „Vielfach stellen diese Lücken ein Potenzial für zusätzliche Nutzflächen in den oberen Geschossen dar, ohne die derzeit vorhandene Nutzung im Erdgeschoss (meist Stellplätze oder ein- bis zwei­geschossige Gewerberäume) zwangsläufig aufgeben zu müssen“, so die Stadtverwaltung.

Finanzielle Anreize hatten bislang kaum gewirkt

Die Idee, mit etwas Geld auf die Eigentümer zuzugehen, ist nicht neu: Im Jahr 1998 ist die Richtlinie für Zuschüsse zu innerstädtischen Baulücken-Schließungen erstmals in Kraft getreten, im Jahr 2005 wurde sie modifiziert, wie die Stadt erläutert. Doch große Erfolge blieben aus – abgesehen vom Schlosscarrée: Zur Schließung dieser Lücke wurde 2011 ein Zuschuss in Höhe von 390.000 Euro gewährt.

Eigentümer hatten bislang von der Aufstockung ihrer Flachbauten unter anderem deshalb Abstand genommen, weil sie Störungen des laufenden Geschäftsbetriebs fürchteten. Außerdem bezweifelten Eigentümer beispielsweise am Bohlweg, dass es für die kleinen Flächen in den Obergeschossen überhaupt gewerbliche Mietinteressenten gibt.

Stadt will Eigentümern bis zu 50 Prozent der Planungskosten abnehmen

Dennoch – die Stadt will einen neun Versuch starten und die Richtlinie zur Baulücken-Schließung überarbeiten und strategisch neu ausrichten, wie es heißt. „Bisher ist für diese Baulücken kein finanzielles Engagement der jeweiligen Eigentümerinnen und Eigen­tümer erkennbar gewesen“, so die Verwaltung. „Möglicherweise kann ein finanzieller Anreiz im Sinne einer maximal 50-prozentigen städtischen Zuwendung für die Beauftragung einer Planung einige Eigentümerinnen und Eigentümer motivieren, aktiv zu werden.“

Im Haushalt des laufenden Jahres sind dafür 50.000 Euro vorgesehen. Für die nächsten Jahre sieht die Verwaltung jeweils 250.000 Euro vor, um gegebenenfalls auch die Umsetzung geplanter Projekte finanziell zu unterstützen.

Wie die Chancen stehen, ist ungewiss. Bislang habe es dazu noch keine Gespräche mit den Eigentümern gegeben, sagt Stadtsprecher Rainer Keunecke auf Nachfrage. Die Verwaltung wolle erst dann auf sie zugehen, wenn der Rat der Stadt den Haushalt beschlossen habe – was Ende März ansteht.

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