Kostenloses W-Lan rund um Kirchen im Braunschweiger Süden

Braunschweig.  Acht Kirchen bieten öffentliche Zugangspunkte zu kabellosem Internet an. Die Ehrenamtlichen von Freifunk Braunschweig unterstützen das Vorhaben.

Freifunk ist eine ehrenamtliche Initiative, auch in Braunschweig.

Freifunk ist eine ehrenamtliche Initiative, auch in Braunschweig.

Foto: Freifunk Braunschweig

Sieben Gemeinden mit acht Kirchen bilden den Pfarrverband Braunschweiger Süden. Um auch persönlich zusammenzuwachsen, sei die Idee entstanden, sich auf Pilgerwegen miteinander auf den Weg zueinander zu machen, erläutert Hans-Jürgen Kopkow, geschäftsführender Pfarrer, in einer Pressemitteilung. Seit 2019 habe sich daher ein Netz von Pilgerwegen zwischen den Gemeinden entwickelt.

„Neben einem Rundweg und mehreren Verbindungswegen werden feste, individuell ausgestaltete Pilgerstationen zum Verweilen und Kennenlernen der besuchten Kirchen und Gemeinden einladen.“ Mit frei verfügbarem W-Lan an allen Pilgerstationen werde nun ein weiteres Teilprojekt des Pilgerwegs umgesetzt. Das kostenlose Angebot soll Kopkow zufolge ermöglichen, auf dem Weg die im Internet verfügbaren Pilgerrouten zu den jeweiligen Stationen anzusehen und für den weiteren Weg herunterzuladen. Außerdem könnten über das W-Lan aktuelle Informationen und Angebote der Gemeinden und weitere, für Pilgernde relevante Informationen wie Wetterdaten, der aktuelle Busfahrplan oder Gastronomieangebote geladen werden.

Weitere Gemeinden, Firmen, Institutionen und Privatpersonen gesucht

„Die eigentliche Umsetzung des Projekts, nämlich die Installation der W-Lan-Technik durch Ehrenamtliche der Gemeinden, ist ein Selbstläufer“, so Klaus Benscheidt, Initiator des Projektes. „Erste Standorte sind schon in Betrieb. Im nächsten Schritt wollen wir weitere Gemeinden aber auch Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen motivieren, W-Lan-Antennen aufzustellen. Mit unseren erprobten Abläufen und Testgeräten ist es sehr einfach, sich für den ehrenamtlichen Ausbau von Gratis-W-Lan zu engagieren.“

Der Pfarrverband werde konfessions- und religionsübergreifend weitere Gemeinden mit vorhandenen Testgeräten und den gemachten Erfahrungen bei der W-Lan-Installation unterstützen. Interessierte können über das Gemeindebüro in der Südstadt Kontakt aufnehmen.

29 W-Lan-Antennen und viele Meter Kabel und Kabelkanäle

Pfarrer Hans-Jürgen Kopkow hebt die Förderung des Projekts aus Mitteln der drei Stadtbezirksräte Stöckheim-Leiferde , Heidberg-Melverode und Südstadt-Rautheim-Mascherode hervor. „Diese finanzielle Unterstützung ermöglichte uns den Projektstart. Wir konnten die Idee direkt umsetzen. Dies hilft gerade im Ehrenamt, die Motivation hoch zu halten.“

Von dem bereitgestellten Geld in Höhe von 3000 Euro habe man die notwendige Hardware beschafft: insgesamt 29 W-Lan-Antennen und viele Meter Kabel und Kabelkanäle. Alle Planungs- und Arbeitsstunden seien ehrenamtlich geleistet worden.

Kostenloses W-Lan ermöglicht digitale Teilhabe

Unterstützt wird das Ganze vom Projekt Freifunk. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das versucht, ein regionales Datennetz auf Basis von W-Lan-Routern aufzubauen. Dieses Netz soll eine freie Kommunikation innerhalb der ganzen Region ermöglichen. Jedes W-Lan-fähige Gerät, also beispielsweise Handy oder Notebook, kann sich mit dem Netz verbinden und darüber mit anderen Teilnehmern kommunizieren. In der Regel steht über das Netz auch ein Zugang ins Internet zur Verfügung.

Ohne kommerzielle Interessen will Freifunk also allen Menschen digitale Teilhabe durch ein allgemein zugängliches, kostenloses W-Lan ermöglichen. „Es gibt immer noch viele Menschen, auch in Braunschweig, die keinen unbegrenzten Zugang zum Internet haben“, sagt Freifunker Chris Fiege.

Sein Kollege Marco Töpke betont: „Wie wichtig die Möglichkeit zur digitalen Teilhabe ist, wurde gerade in den letzten Monaten sehr deutlich. Besonders freut uns, dass die Kirchtürme, die immer schon eine herausragende Bedeutung hatten, mit dem W-Lan eine weitere zentrale Bedeutung in den Ortsteilen übernehmen, die in die Gemeinden ausstrahlt.“

Fakten: Der Pfarrverband Braunschweiger Süden – Sieben Gemeinden, acht Kirchen Seit 2014 bilden die Kirchengemeinden St. Thomas (Heidberg), Martin Chemnitz (Lindenberg), Mascherode, Dietrich Bonhoeffer (Melverode), St. Ägidien (Rautheim), Heiliges Leiden Christi (Stöckheim) und St. Markus (Südstadt) den evangelisch-lutherischen Pfarrverband Braunschweiger Süden. Der Pfarrverband ist zum einen eine Verwaltungseinheit, die als Anstellungsträger für die Mitarbeitenden fungiert, und zum anderen ein Gestaltungsraum, in dem man sich nach Kräften ergänzt und unterstützt, was die Gemeindearbeit angeht, zum Beispiel in Sachen Internet, Gemeindebrief, Diakonie, Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendarbeit.

Weitere Informationen: www.pfarrverband-braunschweiger-sueden.de/pilgerwegwww.freifunk-bs.de

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