Arbeitslosigkeit in Braunschweig wegen Corona leicht gestiegen

Braunschweig.  Kurzarbeit sorgt aber dafür, dass der Anstieg nur gering ausfällt. Die Zahl der offenen Stellen ist deutlich eingebrochen.

Das Baugewerbe hat zurzeit Hochkonjunktur – trotz Corona. In Stöckheim werden unter anderem Mehrfamilienhäuser gebaut.

Das Baugewerbe hat zurzeit Hochkonjunktur – trotz Corona. In Stöckheim werden unter anderem Mehrfamilienhäuser gebaut.

Foto: Jörn STACHURA

Kein Licht am Horizont. Der Juni gilt in Braunschweig eigentlich als Monat, der das Ende des Frühjahrsaufschwungs markiert und die Arbeitslosenzahlen sinken lässt. Doch was sich im Vormonat bereits angedeutet hatte, findet seine Fortsetzung: Die Arbeitslosenzahlen fallen nicht etwa, sie steigen.

Der Umfang ist zwar gering. „Und Braunschweig bleibt weiterhin deutlich unter den Zahlen auf Bundes- und Landesebene“, so Agentursprecher Stefan Freydank. „Doch das ist in erster Linie der Kurzarbeit geschuldet, die einen dämpfenden Effekt ausübt.

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Kurzarbeit-Anmeldung steigt an

Die Kurzarbeiterzahlen befinden sich auf einem neuen Höchststand. Für etwa 48.000 Arbeitsplätze im Stadtgebiet, ein Anstieg um rund 2000, ist Kurzarbeit angemeldet worden. Insgesamt verfügt Braunschweig über etwa 130.000 Arbeitsplätze. Wie hoch jedoch die Zahl derer ist, die sich tatsächlich in Kurzarbeit befinden, ist weiterhin unklar. Arbeitgeber haben drei Monate Zeit, die Ansprüche gegenüber der Arbeitsagentur anzumelden. Hochrechnungen sollen nun erstellt werden. Wann die Ergebnisse vorliegen, ist noch unklar.

Die Folgen der Pandemie lassen sich gleichwohl an der Zahl der offenen Stellen ablesen, die drastisch eingebrochen sind. Freydank: „Im Vorjahresmonat wurden uns noch 700 offene Stellen gemeldet. In Juni 2020 waren es dagegen nur knapp 400.“

Warten auf Normalisierung

Dies zu werten, sei schwierig. „Länger als ein Jahr wurden händeringend Informatiker gesucht. Zurzeit aber nicht. Dies ist ein Zeichen dafür, dass viele Automobil-Zulieferer auf eine Normalisierung warten. Denn der Bedarf an Informatikern ist natürlich weiterhin vorhanden.“

Eine Prognose mag Freydank nicht wagen: „Während der Sommerferien steigen normalerweise die Arbeitslosenzahlen. Wir wissen allerdings nicht, welchen Einfluss die Kurzarbeit hat.“

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