Braunschweig testet Wasserstoff-Autos

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Julien Mounier (BS Energy, von links), Erster Stadtrat Christian Geiger und Ralf Wascheck (IAV) präsentierten die drei elektrischen, mit Wasserstoff betriebenen Autos.

Julien Mounier (BS Energy, von links), Erster Stadtrat Christian Geiger und Ralf Wascheck (IAV) präsentierten die drei elektrischen, mit Wasserstoff betriebenen Autos.

Foto: Bernward Comes

Braunschweig.  Die Stadt, Veolia und die IAV haben jeweils ein Auto gekauft. An der Hamburger Straße soll demnächst die erste Wasserstoff-Tankstelle eröffnen.

Die Stadt, Veolia und der Automobilentwickler IAV haben jeweils ein wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellen-Fahrzeug gekauft. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen eines Verbundantrages der drei Braunschweiger Partner gefördert. Erster Stadtrat Christian Geiger als zuständiger Dezernent für den städtischen Fuhrpark, Julien Mounier (Geschäftsführer von Veolia Energie Deutschland und Vorsitzender des Vorstands von BS Energy) und Ralf Wascheck (Abteilungsleiter Fuel Cell & Hydrogen Mobility, IAV) haben die Autos jetzt präsentiert.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, soll das städtische Fahrzeug für Dienstfahrten in Braunschweig eingesetzt werden. Geiger spricht von einem zukunftsweisenden Weg hinsichtlich des Klimaschutzes: „Brennstoffzellenfahrzeuge fahren vollständig emissionsfrei, einzig Wasserdampf entsteht beim Fahren.“ Er verweist auf das Elektromobilitätskonzept der Stadt, das der Rat 2019 beschlossen hat. Danach will die Verwaltung dafür sorgen, dass die Mitarbeiter ihre dienstlichen Wege häufiger mit Fahrrad, Bus und Bahn sowie zu Fuß zurücklegen. Außerdem soll der städtische Fuhrpark künftig elektrisch fahren, zentral organisiert werden und die Möglichkeit bieten, digital ein E-Auto oder ein Pedelec zu buchen. „Dazu passt, dass wir jetzt gemeinsam mit den Partnern auch die auf Wasserstoff basierende Brennstoffzellentechnologie als eine weitere Form der Elektromobilität testen“, so Geiger.

Aus Sicht von Julien Mounier (BS Energy) könnte Wasserstoff ein wichtiger Baustein für ein CO2-neutrales Braunschweig sein: „Für uns ist die Nutzung von Wasserstoff ein Zukunftsthema, das nicht im Automobilbereich aufhört, sondern sich bei der Nutzung von überschüssiger erneuerbarer Energie und beim Einsatz in Kraftwerken fortführt.“

Wie Ralf Wascheck erläutert, beschäftigt sich die IAV seit 20 Jahren mit der Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen sowie mit Wasserstoffmobilität. „In Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Wissenschaft und Industrie arbeiten wir an der Weiterentwicklung dieser Technologie“, sagt er. Brennstoffzellenfahrzeuge ermöglichen ihm zufolge speziell für mittlere und größerer Fahrzeuge eine hohe Reichweite bei sehr schnellem Nachtanken an einer Tankstelle. Die drei Autos seien der Startschuss für mehr Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf Braunschweigs Straße. Mitte des Jahres soll an der Hamburger Straße die erste Wasserstoff-Tankstelle der Stadt eröffnen.

Laut der Pressemitteilung liegt der Stückpreis der drei Autos (Hyundai, Modell Nexo) bei rund 70.000 Euro. Das Ministerium fördere jedes Auto mit bis zu 20.000 Euro. Der Rest werde von den Kooperationspartnern finanziert.

In einem Brennstoffzellen-Fahrzeug wird elektrische Energie aus Wasserstoff und Luft innerhalb einer Brennstoffzelle erzeugt. Diese treibt über einen Elektromotor das Auto an. „Die zur Erzeugung von Wasserstoff benötigte Energie wird bereits jetzt teilweise aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind oder Wasser gewonnen“, so die Stadtverwaltung. Wasserstoff-Autos sind genauso leise wie Elektroautos mit reinem batterieelektrischen Antrieb und ebenso emissionsfrei. „Außerdem kann das Brennstoffzellen-Fahrzeug fast genauso schnell betankt werden wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.“

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