Braunschweiger Frauenhaus stockt wegen Corona-Krise Plätze auf

Braunschweig.  Stadt und Awo wollen vorsorgen: In etlichen Familien steigt der Stress. Es kann zu mehr häuslicher Gewalt kommen.

In einem zusätzlichen Gebäude werden in Braunschweig weitere Familienplätze eingerichtet.

In einem zusätzlichen Gebäude werden in Braunschweig weitere Familienplätze eingerichtet.

Foto: Maja Hitij / dpa (Symbolbild)

Die Beschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus führen oft zu Spannungen im Zusammenleben – vor allem in Familien. Häufig steigt in solchen Situationen auch die Zahl der Krisen und Notlagen. Die Stadtverwaltung will schon jetzt darauf reagieren: Sie stellt dem von der Awo betriebenen Braunschweiger Frauenhaus ein zusätzliches Gebäude zur Verfügung.

„Reduzierte soziale Kontakte und zusätzlicher Stress wie räumliche Enge, finanzielle Not und Zukunftsängste können zu mehr häuslicher Gewalt führen“, so Sozialdezernentin Christine Arbogast. „Zudem können bereits bestehende psychische Gewalt und Unterdrückung nun vermehrt in körperliche Gewalt ausufern.“

Das Frauenhaus hat nach einer Erweiterung im letzten Jahr derzeit zwölf Familienplätze für betroffene Frauen und deren Kinder. In dem zusätzlichen Gebäude werde jetzt zunächst eine Wohnung mit drei Familienplätzen hergerichtet, erläutert sie. Das Gebäude biete zudem Potenzial für einen weiteren Ausbau der Kapazitäten.

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Aktuell sei die Lage noch ruhig, sagt Marion Lenz, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. „Jedoch zeigen zum Beispiel Auswertungen aus China, dass im Zuge der Coronakrise die Nachfrage nach Hilfsangeboten für Betroffene erheblich gestiegen ist.“ Auch Gunter Kröger, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands Braunschweig, betont: „Der Bedarf an Plätzen im Frauenhaus wird aller Voraussicht nach leider steigen. Ich bin sehr froh, dass die Stadt frühzeitig handelt. Astrid Sutor als Leiterin des Frauenhauses und ihr Team leisten vorbildliche und enorm wichtige Arbeit und verdienen volle Unterstützung.“

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Die Standorte des Frauenhauses und des neuen Gebäudes werden zum Schutz der Betroffenen nicht veröffentlicht. Das Frauenhaus ist erreichbar unter der Rufnummer (0531) 2801234.

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