Stöckheim-Süd: Baufahrzeuge halten sich nicht an Absperrung

Braunschweig.  Der Baustellenverkehr im Neubaugebiet läuft aus dem Ruder. Doch die Stadt kann nichts tun.

Die Zufahrt zur Leiferder Straße zum Neubaugebiet Stöckheim-Süd ist gesperrt.

Die Zufahrt zur Leiferder Straße zum Neubaugebiet Stöckheim-Süd ist gesperrt.

Foto: Norbert Jonscher

Stöckheim, das einstige Bauerndorf, wächst und wächst und wächst. Jetzt auch im Süden, jenseits der Kleingärten, wo rund 300 Wohneinheiten entstehen. Die ersten Häuser stehen bereits. Aktuell hat der Stadtteil 6.393 Einwohner. Mehrere Hundert kommen in Kürze hinzu, wenn im Neubaugebiet Stöckheim-Süd erst richtig Leben einzieht.

Die Anlieger der Leiferdestraße können’s kaum erwarten. Denn sie leiden unter der Mega-Baustelle, genauer: unter dem Baustellenverkehr vor ihrer Haustür und dem vielen Schmutz auf der Straße, den die LKWs hinterlassen.

Dabei hatte Bürgermeister Matthias Disterheft beim ersten Spatenstich vor einiger Zeit noch versprochen: „Baufahrzeuge werden ausschließlich über den Kreisel an der Straßenbahnendhaltestelle am Ende der Leipziger Straße fahren und nicht über die Leiferdestraße.“

Es kam anders. Der vom Bezirksrat ausgehandelte Deal mit den Bauträgern wurden so nicht eingehalten. Und das sorgt für Ärger im sonst so friedlichen Stöckheim.

Matthias Disterheft (SPD) kann verstehen, warum Anlieger sauer sind. Er ist überzeugt: „Man kann die Baustelle komplett über den Kreisel versorgen. Ich kann nicht verstehen, warum das nicht realisiert wurde. Wir im Bezirksrat hatten doch Regeln aufgestellt, an die sich nun nicht gehalten wird.“

Eike Kuthe (CDU) wird in der nächsten Bezirksratssitzung am 23. Januar fordern: Die Einfahrt über die Leiferdestraße werde von Baulieferverkehr genutzt, obwohl dies untersagt ist. „Es sollte eine Sperrung mit Pollern oder Betonringen erfolgen.“

Das sagen Anlieger

Die aktuelle Situation schildern Anlieger so: Schwere Baustellenfahrzeuge führen regelmäßig über die Leiferdestraße, einer Tempo 30-Zone – morgens, wenn die Kinder zur Schule gehen, sogar im Minutentakt. Die Fahrbahn sei ständig stark verschmutzt und auch beschädigt, ohne dass die Folgen beseitigt würden. Eine Anwohnerin, die nicht genannt werden möchte: „Die Straße leidet unter den schweren Fahrzeugen. Es ist abzusehen, dass sie früher instandgesetzt werden muss als unter normalen Belastungen. Einen Teil der Kosten wird dann auf uns Anlieger zukommen.“ Das sei nicht in Ordnung. Und dann die Beschilderung an der Leipziger Straße, die Baufahrzeuge zum Kreisel hin führen soll: Sie sei irreführend. Denn die Leiferdestraße sei nicht eingezeichnet und es gebe auch eine falsche Angabe zur Sperrung. Polizei oder Ordnungsdienst kontrollierten hier leider nicht. Beschwerden hätten zu keiner Lösung geführt.

Was wollen die Anwohner?

Sie fordern eine eindeutige Beschilderung mit der Aufschrift „Zufahrt für Baufahrzeuge verboten!“ an der Leipziger Straße sowie eine Sperrung des Zugangs zum Baugebiet über die Leiferdestraße für Baufahrzeuge per Schranke.

Und: Die Straße müsse aus Sicht der Anlieger öfter gereinigt werden. Zudem fordere man eine Zusage der Stadt, dass Anwohner nicht an den baustellenbedingten Straßenbaukosten für die Leiferdestraße beteiligt werden.

Was sagt die Stadt?

Zur Beschilderung auf der Leipziger Straße: Diese sei eingerichtet worden, um die Zufahrt zum Baugebiet Stöckheim-Süd über die Leipziger Straße zu lenken und so den Verkehr zu entzerren. Die Ausfahrt hingegen sei über die Leiferdestraße möglich, denn: Je nach Ziel der Fahrzeuge bestehe nicht immer eine Wendemöglichkeit im Baugebiet, so Sprecher Rainer Keunecke.

Bei der Erschließung (Leitungen und Baustraßen) sei die beauftragte Firma ausdrücklich auf diese Regelung hingewiesen worden. Keunecke: „Dies ist jetzt, bei der Vielzahl von Firmen, welche die einzelnen Häuser bauen, nicht möglich, sondern erst wieder beim Endausbau der Straßen.“

Absperrungen zur Verhinderung der Erreichbarkeit des Baugebietes über die Leiferdestraße seien nicht möglich. „Sie scheiden aus, da der landwirtschaftliche Verkehr die Straße passieren können muss.“ Auch solle nach Bezug der ersten Häuser die Erreichbarkeit des Gebietes über die Leiferdestraße für die Neubewohner ermöglicht werden. Kurzum, die Stadtverwaltung sehe derzeit keine Möglichkeit für weitergehende Maßnahmen.

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