CJD bereitet Braunschweigs erste Oberschule vor

Braunschweig.  Zweimal musste der Start verschoben werden. Doch jetzt macht das CJD ernst: Im Sommer 2020 sollen die ersten Schüler aufgenommen werden.

Kirk Chamberlain (Gesamtleiter im CJD Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg) stellt Ulrike Ewe vor, die Schulleiterin der geplanten Oberschule.

Kirk Chamberlain (Gesamtleiter im CJD Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg) stellt Ulrike Ewe vor, die Schulleiterin der geplanten Oberschule.

Foto: Philipp Ziebart / BestPixels.de

Die Schullandschaft in Braunschweig wird noch bunter: Das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) und will im kommenden Sommer mit der stadtweit ersten Oberschule an den Start gehen.

Oberschulen, eine Kombination aus Haupt- und Realschule, gibt es in Niedersachsen erst seit acht Jahren. Die CDU im Rat der Stadt hatte zuletzt die Zusammenlegung von Braunschweiger Haupt- und Realschulen zu Oberschulen beantragt, konnte sich damit aber vorerst nicht durchsetzen. Eine Oberschule bekommt die Stadt nun trotzdem – allerdings eine Oberschule in freier Trägerschaft.

Die Schule ist bei der Landesschulbehörde beantragt. Die Genehmigung liegt noch nicht vor. Kirk Chamberlain, Gesamtleiter CJD Niedersachsen Süd-Ost: „Es gibt einen engen Austausch mit der Behörde. Ich sehe keinen Grund, warum die Genehmigung nicht erteilt werden sollte.“

CJD investiert mehr als 3 Millionen Euro in die neue Schule

Geplant ist, im kommenden Sommer mit ein bis zwei fünften Klassen zu starten. Pro Klasse werden maximal 24 Schüler aufgenommen. Unterkommen soll die Schule im ehemaligen Mädchenhaus des CJD-Internats in der Georg-Westermann-Allee – also in direkter Nachbarschaft zum Christophorusgymnasium. Das Mädchenhaus wird kernsaniert und umgebaut und soll ein zusätzliches Stockwerk erhalten. „Die Baugenehmigung liegt vor. Wir können jetzt mit dem Umbau beginnen“, so Chamberlain. Um den laufenden Schulbetrieb nicht zu stören, sollen die größten Bauabschnitte in den Ferien erfolgen. Das CJD investiert in den Umbau mehr als drei Millionen Euro.

Leiterin der neuen Oberschule wird Ulrike Ewe, die 2000 als Lehrerin für Physik, Mathe und Informatik beim CJD begann. Die letzten Jahre war sie im Vorstand der Mitarbeitervertretung tätig.

Anmeldungen für die Oberschule werden ab sofort entgegengenommen. Beim „Christophorusmarkt“ des CJD am kommenden Freitag wird Schulleiterin Ulrike Ewe interessierte Eltern und Schüler beraten (siehe Faktenbox). Damit die Schule genehmigt wird, braucht es mindestens zwölf Vorverträge. Feste Zusagen kann die Schule natürlich erst vergeben, wenn die Schule genehmigt ist.

Das Schulgeld für die Privatschule beträgt 525 Euro im Monat – steuerlich absetzbar. Privatschulen erhalten die ersten drei Jahre nach Gründung keine Finanzhilfen vom Land. „Für Oberschulen gibt es Ausnahmen. Da hoffen wir drauf und haben Finanzhilfe ab dem ersten Jahr beantragt“, sagt Chamberlain und verweist auf die Möglichkeit, ein Stipendium zu beantragen.

Eigentlich hatte das CJD schon eher mit der Oberschule starten wollen. „Mit der Gründung der Internationalen Kita und dem Umzug des Internats in das Quartier St. Leonhard hatten wir aber so viel zu tun, dass es personell einfach nicht drin war, noch ein Großprojekt zu stemmen“, erklärt der Gesamtleiter. Deshalb sei die Reißleine gezogen und der Schulstart um ein Jahr verschoben worden.

Der Umbau des Mädchenhauses zum Schulgebäude mit acht Unterrichtsräumen, mehreren Differenzierungsräumen und einer multifunktionalen Halle wird voraussichtlich frühestens im Herbst 2020 abgeschlossen sein. Deshalb wurden für den Start der Oberschule zunächst zwei Unterrichtsräume im Gymnasium hergerichtet. „Die räumliche Situation ist entspannt“, sagt Ulrike Ewe.

Ganztagsschule mit spätem Unterrichtsbeginn

Die Oberschule ist als Ganztagsschule geplant. Eine Betreuung ist morgens ab 7.30 Uhr gesichert, der Unterricht startet aber erst um 8.45 Uhr und geht bis maximal 15.30 Uhr. Bis 17 Uhr laufen Arbeitsgemeinschaften und Förderangebote, die freiwillig belegt werden können. „Wir wollen den Schülern die Möglichkeit lassen, nachmittags zum Sportverein oder Musikunterricht gehen zu können“, erklärt Ewe.

Schwerpunkte seien ferner die Montessori-Pädagogik und die Vorbereitung auf die Berufswelt mit Hilfe externer Partner. Ein bilinguales Angebot sei für die Oberschule zunächst nicht geplant, später aber denkbar.

Die neue Oberschule ergänzt das CJD-Angebot aus Kita, Hans-Georg-Karg-Grundschule, Christophorusgymnasium, Internat, Musischer Akademie und International School.

CHRISTOPHORUSMARKT

Weitere Infos zur neuen Oberschule sowie zu allen anderen Einrichtungen des CJD gibt es beim traditionellen Christophorusmarkt am Freitag, 29. November.

Beginn des Christophorusmarktes ist um 14 Uhr auf dem Campus der Christophorusschule, Georg-Westermann-Allee 76. Der Eintritt ist frei. Offenes Adventssingen um 15.30 und 16.45 Uhr mit den Blechbläsern des Bläser-Ensembles des Gymnasiums.

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