Urteil: Erbschleicher aus Bad Harzburg muss vier Jahre in Haft

Braunschweig.   Die Staatsanwaltschaft Braunschweig verurteilte den 52-Jährigen wegen Betrugs in 74 Fälle. Er hatte sich als Ehemann einer alten Dame ausgegeben.

Weil er sich am Sterbebett einer Frau als ihr Ehemann ausgab, muss nun ein 52-Jähriger aus Bad Harzburg vier Jahre ins Gefängnis.

Weil er sich am Sterbebett einer Frau als ihr Ehemann ausgab, muss nun ein 52-Jähriger aus Bad Harzburg vier Jahre ins Gefängnis.

Foto: Stefan Puchner / dpa

Weil er sich am Sterbebett einer Frau Zugang zu ihrem Millionen-Vermögen erschlichen hat, muss ein 52-Jähriger für vier Jahre ins Gefängnis. Der Mann sei wegen gewerbsmäßiger Untreue und Betrugs in 74 Fällen verurteilt worden, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Braunschweig am Montag.

Einschlägig vorbestraft

Der einschlägig vorbestrafte Betrüger hatte sich in der Klinik, in der die vermögende Witwe aus Bad Harzburg 2017 behandelt wurde, als ihr Ehemann ausgegeben. Kurz vor ihrem Tod brachte der Angeklagte die Frau dazu, ihm eine Vollmacht auszustellen und ihr Testament zu ändern.

Laut Anklage hatte die Frau zu Lebzeiten einem Notar gesagt, dass ein Teil ihres Vermögens in eine Stiftung für die Förderung begabter junger Menschen fließen soll. Der 52-Jährige soll mit der Witwe viele Jahre gut befreundet gewesen sein und seit dem Sommer 2016 dauerhaft im Gästezimmer ihres luxuriösen Hauses im Harz gewohnt haben.

Nur einen Tag nach dem Tod der Frau begann der Erbschleicher nach Überzeugung des Gerichts damit, ihr Geld für Luxusartikel wie teure Handtaschen und Reisen im Privatjet auszugeben. Auch Hotel- und Restaurantbesuche sowie Einkäufe bezahlte er mit dem ergaunerten Vermögen.

Zusätzliches Darlehen verschwunden

Nach Angaben der Gerichtssprecherin war aus dem Umfeld der Millionärin dem Angeklagten darüber hinaus ein Darlehen von 120 000 Euro gewährt worden. Auch dieses Geld sei verschwunden. Der 52-Jährige überwies dem Nachlassverwalter später lediglich einen Betrag in Höhe von 75 000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte der Sprecherin zufolge eine Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte für ein mildes Urteil. dpa

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