Weiterer Grabfund beim Braunschweiger Schulbuch-Institut

Braunschweig.  Es handelt sich um acht menschliche Skelette. Es könnte einen Zusammenhang zum Gefecht bei Ölper im Jahr 1809 gegen Napoleons Besetzung geben.

Bei den Aushebungsarbeiten für das Fundament des neuen Bibliotheksgebäudes stießen Bauarbeiter auf menschliche Überreste. Archäologen sind vor Ort und dokumentieren in Absprache mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt die Fund.

Bei den Aushebungsarbeiten für das Fundament des neuen Bibliotheksgebäudes stießen Bauarbeiter auf menschliche Überreste. Archäologen sind vor Ort und dokumentieren in Absprache mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt die Fund.

Foto: Georg-Eckert-Institut

Bei den Bauarbeiten für die neue Bibliothek des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig haben Archäologen einen weiteren Überraschungsfund gemacht. Es sei ein Grab mit acht menschlichen Skeletten entdeckt worden, teilte das Institut am Dienstag mit. Vieles deute darauf hin, dass eine direkte Verbindung zu einem wichtigen Ereignis der braunschweigischen und deutschen Geschichte gezogen werden könne: zum Gefecht bei Oelper am 1. August 1809 im Freiheitskrieg gegen die napoleonische Besatzung Deutschlands.

Bei diesem legendären Kampf war es den Soldaten der „Schwarzen Schar“ des Braunschweiger Herzogs Friedrich-Wilhelm gelungen, sich gegen eine mehrfach überlegene französische Armee zu behaupten und am nächsten Morgen nach Norden durchzubrechen. Die „Schwarze Schar“ hatte in den Nächten vor und nach dem Gefecht an der Stelle ein Biwak aufgeschlagen, wo jetzt das Grab gefunden wurde.

Der Braunschweiger Bezirksarchäologe Michael Geschwinde hofft, dass die weiteren Grabungen Gewissheit über die Herkunft der rätselhaften Toten bringen werden. „Musketenkugeln, vielleicht aber auch Uniformknöpfe oder Schnallen aus Buntmetall könnten den entscheidenden Beweis liefern“, sagte er.

Bereits vor einer Woche waren Arbeiter an der Baustelle auf menschliche Überreste gestoßen, die zum Friedhof des ehemaligen Kreuzklosters gehören. Das Kreuzkloster in Braunschweig wurde um 1230 als Benediktinerinnenkloster errichtet. Während eines schweren Bombenangriffs am 15. Oktober 1944 auf die Stadt wurde der Bau vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Das Schulbuch-Institut hatte im August vergangenen Jahres seinen Ausbau gestartet. Für insgesamt 13 Millionen Euro soll unter anderem ein Erweiterungsbau für die Forschungsbibliothek entstehen und ein ehemaliges Schwesternwohnheim eines Klinikums zu einem Bürogebäude für die mehr als 120 Mitarbeiter umgebaut werden. Die Bauarbeiten sollten ursprünglich Ende 2019 beendet sein.

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