Eltern fordern mehr Kita-Plätze im Norden

Braunschweig.   In Waggum haben Eltern mehr als 500 Unterschriften gesammelt. Sie fordern zusätzliche Krippen- und Kindergartenplätze.

Anwohner des Neubaugebiets „Vor den Hörsten“ mit Bezirksbürgermeister Gerhard Stülten (vorn mit Brille) auf dem Grundstück, das von Beginn an für einen Kita-Neubau vorgesehen war.

Anwohner des Neubaugebiets „Vor den Hörsten“ mit Bezirksbürgermeister Gerhard Stülten (vorn mit Brille) auf dem Grundstück, das von Beginn an für einen Kita-Neubau vorgesehen war.

Foto: Foto: Stefan Lohmann

Wer ein Haus baut, der ist heutzutage in der Regel auf ein zweites Einkommen angewiesen – und damit auf einen Betreuungsplatz für die Kinder. In Waggum machen sich derzeit viele Eltern Sorgen, dass sie für ihren Nachwuchs keinen Platz in Krippe und Kindergarten bekommen. Wegen der Baugebiete „Vor den Hörsten“ in Waggum und „Am Pfarrgarten“ in Bevenrode ist zu erwarten, dass der Bedarf sprunghaft steigt (wir berichteten).

Die Eltern haben in den vergangenen Wochen Unterschriften gesammelt und auf eigene Faust eine Bedarfsabfrage gestartet. In der letzten Sitzung des Stadtbezirksrats Wabe-Schunter-Beberbach hat Sarah Flüggen stellvertretend für die Eltern eine Liste mit mehr als 500 Unterstützern übergeben, die den Bau einer Kita im Neubaugebiet Waggum fordern. 97 Eltern gaben an, einen Krippen- oder Kindergartenplatz für ihr Kind zu benötigen – sofort oder spätestens ab 2021.

„Da unsere Umfrage nicht repräsentativ ist und wir von einem noch höheren Bedarf ausgehen, fordern wir von der Stadt, dass sie den tatsächlichen Bedarf prüft und im Interesse der Kinder handelt“, sagt Sarah Flüggen.

Die Mitglieder des Stadtbezirksrats zeigten sich überzeugt. Einstimmig verabschiedeten sie einen Antrag an die Stadtverwaltung, in dem es heißt: „Der Stadtbezirksrat beantragt, dass die Verwaltung der Stadt den Bedarf an Krippen- und Kitaplätzen im Stadtbezirk ermittelt und entsprechende Gelder für den Bau einer neuen Kita in den kommenden Haushalt einstellt, falls dieser nicht von den vorhandenen Einrichtungen abgedeckt werden kann.“ Bezirksbürgermeister Gerhard Stülten (SPD) sagt: „Damit haben wir unser Möglichstes getan.“

Viele Eltern, die ein Grundstück „Vor den Hörsten“ gekauft haben, waren von Beginn an davon ausgegangen, dass im Neubaugebiet eine neue Kita entstehen wird. „Im Bebauungsplan ist eine Fläche rosa schraffiert und mit einem Baby-Symbol gekennzeichnet“, sagt Sarah Flüggen. In den Verkaufsgesprächen seien die meisten Eltern in dem Glauben gelassen worden, dass die Pläne dafür fix seien. Fakt ist jedoch, dass das Grundstück zwar als Vorbehaltsfläche für eine Kita reserviert ist – ob diese Kita tatsächlich jemals gebaut wird (und wann), steht aber noch in den Sternen. Die Stadt prüft derzeit stadtweit den Bedarf an weiteren Krippen- und Kitaplätzen und legt sich, was Waggum angeht, noch nicht fest.

Die Eltern hoffen auf eine zeitnahe Lösung. „Wir brauchen auch nicht unbedingt einen Neubau. Würde eine bestehende Kita ausgebaut, etwa die in Bienrode, wäre das für uns mehr als zufriedenstellend“, sagt Sarah Flüggen. Mit Blick auf die zahlreichen neuen Baugebiete im Stadtgebiet gibt sie zu bedenken: „Es wäre wirklich besser, wenn die Investoren künftig wieder dazu verpflichtet würden, sich nicht nur am Bau von Straßen oder Spielplätzen finanziell zu beteiligen, sondern auch am Bau von Kindertageseinrichtungen.“

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