Kitas sind ab August für die Sprachförderung zuständig

Braunschweig.  Die Stadt erhält dafür 1,1 Millionen Euro vom Land. Alle 444 Kitagruppen sollen profitieren: Sprachkenntnisse verbessern, Sprachfehlern vorbeugen.

Das Ziel der Sprachförderung: Sprachstörungen sollen gar nicht erst entstehen.

Foto: Waltraud Grubitzsch / dpa

Das Ziel der Sprachförderung: Sprachstörungen sollen gar nicht erst entstehen. Foto: Waltraud Grubitzsch / dpa

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahrs tritt landesweit eine umstrittene Änderung bei der Sprachförderung in Kraft. Bisher waren Grundschullehrerinnen und -lehrer für die Förderstunden im letzten Kitajahr zuständig – sie sind dafür in die Kitas gekommen. Ab August übernehmen nun Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas die Sprachförderung.

Das Land will den Kita-Trägern dafür 32,5 Millionen Euro jährlich für zusätzliches Personal und Beratung zahlen. Das Kultusministerium verspricht sich von der Veränderung, dass die Grundschulen 14 000 Stunden mehr zur Verfügung haben. Außerdem sei es eine Erleichterung, wenn die Kinder von vertrauten Bezugspersonen gefördert werden, heißt es.

Der Städtetag hatte hingegen kritisiert, dass die Kommunen angesichts des Personalmangels in den Kindergärten so schnell keine Kapazitäten für eine solide vorschulische Sprachförderung aufbauen könnten.

Wie die Stadt jetzt mitteilt, erhält Braunschweig von den zur Verfügung gestellten Fördermitteln einen Anteil von rund 1,1 Millionen Euro jährlich. „Als Voraussetzung für die Verteilung der Mittel muss von den Kommunen ein Sprachbildungskonzept vorgelegt werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Ein solches Konzept gebe es bereits – es müsse nun angepasst werden.

„Es wird weiter um einen präventiven Ansatz gehen, der dafür sorgen soll, dass Sprachstörungen gar nicht erst entstehen“, so die Stadt. Ziel sei es, die deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern und Sprachfehlern vorzubeugen. „So sollen alle 444 Gruppen der Braunschweig Kindertagesstätten möglichst passgenau von der Landesförderung profitieren. Ob die dafür bereitgestellten Mittel tatsächlich ausreichen werden, bleibt abzuwarten.“

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