Braunschweiger Ringgleis frei begehbar bis zum Kennel

Braunschweig  Der Abschnitt bis ins Kennelgelände ist nun frei für Spaziergänger. Im März ist die Strecke an der Hamburger Straße fertig.

Blick aus einer Ringgleis-„Eintracht-Loge“ über das Eintracht-Nachwuchs-Leistungszentrum in Richtung Kennel.

Blick aus einer Ringgleis-„Eintracht-Loge“ über das Eintracht-Nachwuchs-Leistungszentrum in Richtung Kennel.

Foto: Jörn Stachura

Topfeben ist bislang das Ringgleis. Doch seit Mittwochmittag ist das anders. Ein neuer Ringgleis-Abschnitt am Kennelgelände ist fertig. Braunschweigs beliebtester Fuß- und Radweg verläuft nun auf einem 17 Meter hohen Bahndamm. Der Blick hinab ist spektakulär.

Das Ringgleis stand bislang schon für ungewöhnliche Blicke auf Teile der Stadt, die keiner kennt. Nun kommt der Fernblick hinzu. „Bei richtig gutem Wetter wird man vom Ringgleis aus den Harz sehen können“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Markurth.

Tatsächlich ist der Blick außergewöhnlich. Das hat freilich gekostet. Der Abschnitt bis zur Echobrücke und hinab ins Kennelgelände ist zwar vergleichsweise kurz, er ist dennoch mit großem Abstand der teuerste Abschnitt – 1,42 Millionen Euro.

In erster Linie bedingt durch die lange Rampe, die hinab ins Kennelgelände führt. Lange wurde gestritten, ob die Rampe überhaupt nötig ist oder ob man eine noch teurere, aber bequemere Lösung wählen müsste.

Denn der Weg hinauf ist vergleichsweise steil. Zwei Stellen zum Verschnaufen wurden darum angelegt. Weil man von diesen Stellen aus einen prächtigen Blick auf das Nachwuchs-Leistungszentrum von Eintracht Braunschweig hat, wurden die Verschnaufstellen bereits „Eintracht-Logen“ getauft. Es handelt sich noch um Stehplätze. Bänke sollen später aufgestellt werden.

Ohnehin sind noch Restarbeiten fällig. Kokosmatten mit Rasensaat verfestigen zwar schon die Hänge an der Rampe. Die Begrünung an den Rändern wird jedoch erst im Frühjahr gepflanzt. Und auch Beton-Arbeiten stehen noch an. Bislang verhindert Frost, dass eine Treppe fertig wird, die vom Kennelweg hinauf zur Echobrücke führt. Kleinigkeiten.

Seitens der Bauverwaltung hieß es, dass überraschenderweise das Budget eingehalten werden konnte, obwohl im Bahndamm Altlasten gefunden wurden.

Unklar ist bislang, wann eine Beleuchtung angebracht wird und ob eine Asphaltierung oder Pflasterung des Abschnitts erfolgt? Gepflastert ist bislang nur die Rampe.

Besonders Reinhard Manlik, planungspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, macht sich dafür stark. „Natürlich ist Pflastern oder Asphaltieren teurer. Doch das relativiert sich, weil die wassergebundenen Decken des Ringgleises permanent Pflege benötigen.“ Sein Hauptargument: „Das Ringgleis ist kein reiner Freizeit-Weg mehr. Das Ringgleis nutzen immer mehr Berufstätige. Die kann man nicht über verschlammte Wege zur Arbeit fahren lassen.“ Eine Asphaltierung ist dieses Jahr allerdings nur am Westbahnhof vorgesehen.

Bereits im nächsten Monat wird ein weiterer Ringgleis-Abschnitt zwischen Hamburger Straße und Oker eröffnet. Oberbürgermeister Markurth bekräftige, dass das Ringgleis im nächsten Jahr ganz um die Stadt führen wird. Es sei eine „wichtige Verkehrsroute, ein Markenzeichen der Stadt und auch eine gute Wohn-Adresse“.

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