Der Hehlinger Bach und die Burg

Neuhaus .  Neuhaus steht vor massiven Veränderungen. Die Landesstraße soll näher an die Burg heranrücken, das Gewerbeareal Vogelsang weiter ausgebaut werden.

Der Blick auf Neuhaus aus Süden. Nabu und Burgfreunde  wollen die Natur rund um den Ort und die Wasserburg schützen. Im Zuge der Planungen für die L 290 haben sie das Projekt Grünes Band gestartet.

Der Blick auf Neuhaus aus Süden. Nabu und Burgfreunde wollen die Natur rund um den Ort und die Wasserburg schützen. Im Zuge der Planungen für die L 290 haben sie das Projekt Grünes Band gestartet.

Foto: NABU / Franzkowiak

Nabu und Burgfreunde haben ein besonderes Projekt gestartet: Das Grüne Band, dessen Ziel die Erhaltung der Natur im Zuge der (Straßen)Bauprojekte ist. Heute geht es um die Bedeutung des Hehlinger Baches und die Wasserburg.

Historikerin Elke Fuchs, die gemeinsam mit Heinrich Oys von den Burgfreunden und Michael Kühn vom Naturschutzbund das Projekt auf den Weg brachte: „Wo Wasser fließt, dort können Menschen leben. Für den Bau der Burg Neuhaus war der Hehlinger Bach von besonderer Bedeutung. Gleich nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1372 konnte die Burg von drei Seiten durch einen Wassergraben geschützt werden.“ Zugang gab es nur über eine Zugbrücke, so die Historikerin. „So hatte man ein festes Bollwerk gegen Angreifer.“ Heute fasse nur noch der Burgteich (Hausteich) das historische Gemäuer von zwei Seiten ein. Der Graben am Burgaufgang wurde trocken gelegt.

Seinerzeit wurde der Burgteich durch ein Wehr ergänzt, eine Mühle unterhalb der Burg konnte angetrieben werden. Elke Fuchs: „In wasserarmen Zeiten kam es allerdings zu Problemen. Um 1720 hat man daher ein Wasserreservoir angelegt.“ Probstscher Teich nennen die Neuhäuser dieses Gewässer, das ebenfalls aus dem Hehlinger Teich gespeist wird. „Man kann bis heute das Wasser in den neuen Teich leiten oder um ihn herum“, schildert die Geschichtsexpertin. Seine Quelle hat der Hehlinger Bach südlich des Rolandsortes, bis Neuhaus hat er viele kleine Teiche aufgestaut. In früheren Zeiten spielte Fischfang eine Rolle. Der Bach mündet bei Vorsfelde dann in den Steekgraben.

Das Fundament der Neuhäuser Burg bilde Rhätsandstein, so Elke Fuchs weiter über Details Neuhäuser Geschichte und Natur. „Den fand man seinerzeit auf der Velpker Sandsteinplatte. Das Fundament ist auf Graniten und Gneisen entstanden, zudem wurden Lesesteine von den Feldern und Äckern verbaut.“

Als die Beschaffenheit der Velpker Sandsteine als Baustoff bekannt wurde, begann um 1630 der Steinabbau für den Handel. Zudem konnte die Burg aus- und umgebaut werden. ben

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