Wolfsburger Politik begrüßt Gewerbegebietspläne

Wolfsburg.  Aus fast allen Wolfsburger Fraktionen kommt Zustimmung zu einem Gewerbegebiet am Kreuz Königslutter. Nur einer stellt die Notwendigkeit in Frage.

Die Autobahnabfahrt Scheppau. Wer hier in einigen Jahren abfährt, könnte mitten im interkommunalen Gewerbegebiet Königslutter landen.

Die Autobahnabfahrt Scheppau. Wer hier in einigen Jahren abfährt, könnte mitten im interkommunalen Gewerbegebiet Königslutter landen.

Foto: privat (Archiv)

Die Pläne für ein interkommunales Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter stoßen in Wolfsburg auf große Zustimmung.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs bezeichnet die Überlegungen der Städte Wolfsburg und Braunschweig sowie der Kreise Helmstedt und Wolfenbüttel als „starkes Signal“ für den Schulterschluss in der Region. „Wir wollen ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben und bei uns soll das Herz der Elektromobilität schlagen. Auch dafür werden zusätzliche Industrie- und Gewerbeflächen benötigt“, so Mohrs.

FDP: Wolfsburg sollte Zusammenarbeit mit Nachbarn ausbauen

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, PUG, Grünen, FDP und AfD äußerten sich am Freitag ebenfalls wohlwollend. Die SPD habe die Initiative von Anfang an positiv begleitet – auch weil das Gebiet keine Wohngebiete beeinträchtigen werde, schreibt Hans-Georg Bachmann. Die FDP steht der Umsetzung laut Kristin Krumm „selbstverständlich mehr als positiv“ gegenüber. Die Liberalen sind der Meinung, dass die Zusammenarbeit mit Wolfsburgs Nachbarn auch auf anderen Feldern ausgebaut werden sollte. „Erklärtes Ziel muss es sein, zusammen eine starke Region zu bilden, die für die Zukunft bestens aufgestellt ist und die innovativen Unternehmen eine Heimat bietet“, so Krumm.

Der Grüne Frank Richter hebt die gute Erschließung des Areals südöstlich des Autobahnkreuzes und die Nähe zu den Städten hervor. Ein weiterer Pluspunkt für ihn: dass keine ökologische wertvollen Flächen zerstört würden. „Ein Problem ist natürlich, dass dennoch Fläche versiegelt wird.“ Dies müsse an anderer Stelle kompensiert werden, so Richter.

PUG-Chef wünscht sich im interkommunalen Gewerbegebiet neue Branchen

„Gerade, wenn man ins Grüne baut, müssen Umwelt-, Arten- und Klimaschutz in der Machbarkeitsstudie betrachtet werden“, findet auch Andreas Klaffehn. Der PUG-Vorsitzende würde es befürworten, wenn sich Unternehmen aus Branchen ansiedeln, die in Wolfsburg noch nicht tätig sind – der Pharmaindustrie etwa. Er sieht sich aber auch in der Meinung bestätigt, dass eine Fusion mit Helmstedt überflüssig ist. „Man sieht, dass auch auf anderem Weg Dinge erreicht werden können.“

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Thomas Schlick beklagt, von den Verantwortlichen in Wolfsburg, vor allem aber in Helmstedt, sei „schon viel wertvolle Zeit vertan“ worden. Das interkommunale Gewerbegebiet würde er begrüßen. „Die Nähe zur A2 bietet sich natürlich an, weil das verkehrstechnisch vorteilhaft ist. Die Städte bleiben so von übermäßigem Lieferverkehr verschont. Gleichzeitig bleiben die übrigen Flächen der ,Stadt im Grünen’ unangetastet.“

Dennis Weilmann: Gewerbeflächen in Wolfsburg sind extrem knapp

Warum 200.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie ausgegeben werden müssen und ob sich nun das interkommunale Gewerbegebiet Ochsendorf-Neindorf erübrigt, fragt sich Bastian Zimmermann (Linke/Piraten). Das sind noch nicht all seine Bedenken: „Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie ist unseres Erachtens schwer einschätzbar, ob das Gewerbegebiet am Autobahnkreuz A2/ A39 wirklich erforderlich sein wird.“

Erster Stadtrat Dennis Weilmann erläuterte am Freitag, dass die Gewerbeflächen in Wolfsburg „extrem knapp“ seien. „In der praktischen Vermarktung stehen der Wirtschaftsförderung nur noch wenige Restflächen zur Verfügung“, so der Wirtschaftsdezernent. „Wir müssen dringend neue Gewerbeflächen innerhalb Wolfsburgs erschließen.“ Aufgrund der begrenzten Flächen sei es genauso wichtig, die interkommunale Zusammenarbeit zu stärken.

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