Ende der Autobahn-Großbaustelle in Wolfsburg in Sicht

Wolfsburg.  Ab Anfang November soll der Verkehr nach fast zwei Jahren auf beiden neuen Brückenteilen der A 39 fließen. Aktuell wird auch darunter gebaut.

Ein Teil der neuen Brückenfahrbahn ist schon asphaltiert.

Ein Teil der neuen Brückenfahrbahn ist schon asphaltiert.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Noch ein paar Wochen Geduld, dann soll es geschafft sein: Im November soll die Dauerbaustelle auf und unter der Autobahn 39 zwischen Heinrich-Nordhoff-Straße und Wolfsburger Landstraße beendet werden und der Verkehr wieder gleichmäßig über die neue Autobahnbrücke fließen. Und auch unter der Überführung soll es dann geschmeidiger laufen.

An der prominenten Brückenbaustelle sind die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen, auch die Erdarbeiten an den Widerlagern sind durch, berichtet Bau-Fachbereichsleiter Heiko Lange von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel im Gespräch mit unserer Zeitung. Die aufgeschütteten Erdmassen beiderseits der Ein- und Ausfallstraße müssen noch befestigt werden, zudem werde noch angepflastert, sagt er.

Auf Autobahnbrücke wird die westliche Fahrbahn asphaltiert

Auf der Brücke, oben auf der A 39, sind aktuell die Asphaltierungsarbeiten auf der westlichen Fahrbahn in vollem Gange. Danach folgen Markierungsarbeiten, zudem müssen noch Schutzplanken und dergleichen montiert werden, kündigt Lange an. „In Fahrtrichtung Braunschweig wird der Verkehr voraussichtlich ab Anfang November wieder regulär auf der westlichen Seite fließen.“

Baustelle Doppelbrücke A39
Baustelle Doppelbrücke A39

Allerdings weist der Bau-Verantwortliche darauf hin, dass es zunächst noch Beeinträchtigungen durch die Baustellenmarkierung und die Mittelstreifen-Überfahrten geben wird, denn die Schutzplanken müssten noch geschlossen werden. „Diese Arbeiten laufen ab Anfang November. Wir wollen Mitte November dann so weit fertig sein, dass der Verkehr oben nicht mehr beeinträchtigt wird.“ Dann sollen auch die derzeit noch gesperrten nördlichen Auf- und Abfahrten der Autobahn-Anschlussstelle Wolfsburg-West wieder befahrbar sein.

Verflechtungsstreifen und Radweg sollen bis Anfang Dezember fertig sein

„Die Baustelle unten wollen wir bis Ende November/Anfang Dezember fertig bekommen“, berichtet Lange

weiter. Damit gemeint ist der Bau des neuen Verflechtungsstreifens samt Verlegung und Sanierung des Radwegs zwischen den Rampen der südlichen Auf- und Abfahrten der Anschlussstelle.

Auslöser für die Verflechtungsspur – also einen dritten Fahrstreifen unter der Autobahnbrücke – sind die Unfallzahlen. „Seitens der Unfallkommission ist festgestellt worden, dass in dem Bereich baulich etwas passieren muss“, hatte der Fachbereichsleiter der Landesbehörde unserer Zeitung bereits im Sommer berichtet. Andreas Wagner, Sachbearbeiter Einsatz und Verkehr der Wolfsburger Polizei, hatte damals den Handlungsbedarf so begründet: „Es kam in der Vergangenheit überwiegend zu Auffahrunfällen, aber auch zu Unfällen mit querenden Radfahrern.“

Radweg im Bereich der Brückenbaustelle gesperrt

Diese Arbeiten laufen schon; der Radweg auf der südlichen Wolfsburger Landstraße ist daher ab der Kreuzung Lange Stücke gesperrt. Radler, die Richtung Wolfsburg wollen, müssen die Straßenseite wechseln. Von dort können sie über die Westerlinge durchs Gewerbegebiet an der Bahntrasse entlang unter der Autobahn und durchs Forum Autovision zur Heinrich-Nordhoff-Straße fahren. Umgekehrt läuft es für alle, die nach Fallersleben wollen; sie müssen auf der nördlichen Heinrich-Nordhoff-Straße durchs Forum Autovision und unter der A 39 hindurchradeln.

„Wir liegen weiterhin im Zeitplan“, resümiert Lange. Nennenswerte Probleme habe es im Laufe der fast zweijährigen Bauzeit nicht gegeben. Im Januar 2019 waren die vorbereitenden Arbeiten angelaufen. Seitdem war zunächst die östliche Brückenhälfte abgerissen und neu gebaut worden, dann war der westliche Teil an der Reihe.

Brückenbau unter laufendem Verkehr mit 14 75-Tonnen-Stahlträgern

Im Zuge der Bauarbeiten ist auch die Autobahnbrücke ein Stück weiter nördlich, über dem Mittellandkanal, saniert worden. Während dieses Teil-Projekt laut Lange gut 7 Millionen Euro gekostet hat, schlägt die Brücke über die Wolfsburger Landstraße mit etwa 8 Millionen Euro zu Buche, plus rund 250.000 Euro für Verflechtungsstreifen und Radweg.

Als besondere Herausforderungen bezeichnet der Straßenbau-Experte den Brückenbau unter laufendem Verkehr auf der Hauptverkehrsstraße darunter. Zudem mussten für die Brücke insgesamt 14 vorgefertigte Stahlträger mit einem Gewicht von je 75 Tonnen per Spezialkran eingehoben werden. „Das ist schon eine Herausforderung, das war ein Highlight.“

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