Gegen Krebs: Lyzians Familie freut sich über Vereinsspende

Wolfsburg.  Dem Dreijährigen geht es schon besser. Seinen Eltern, seinem Arzt und dem Heidi Förderverein ist es ein Anliegen, über Krebs aufzuklären.

Der Heidi Förderverein übergab der Familie Leo 1000 Euro. Unser Foto zeigt: Jens Kirsch, Federico Palazzesi, Anette Schalow (Heidi) und Sally Mukodzi, Oberarzt der onkologischen Kinderklinik.

Der Heidi Förderverein übergab der Familie Leo 1000 Euro. Unser Foto zeigt: Jens Kirsch, Federico Palazzesi, Anette Schalow (Heidi) und Sally Mukodzi, Oberarzt der onkologischen Kinderklinik.

Foto: Helge Landmann / regios24

Schnell und unkompliziert helfen: Das ist das Ziel des Heidi Fördervereins für krebskranke Kinder. Eltern, die sich um ihre kranken Kinder kümmern, sollen sich nicht lange mit der Bürokratie aufhalten müssen, sagt Vorstandsmitglied Jens Kirsch. So, wie Jessica und Franco Leo, Eltern des dreijährigen Lyzian. Ihr Sohn wurde im März dieses Jahres operiert, ein tischtennisballgroßer Tumor fast vollständig entfernt (wir berichteten). 1000 Euro übergab der Heidi Förderverein der Familie, um die hohen Ausgaben, wie Fahrt- und Telefonkosten, und gleichzeitig den Lohnausfall zu kompensieren. Sie sei „überwältigt“ von so viel Hilfe, sagte Jessica Leo dazu.

Das Geld stammt aus der Spendengala „Gemeinsam gegen Krebs“, die der Verein im Mai 2019 im Leonardo Hotel abgehalten hat. „Uns ist es wichtig, zu betonen, dass Krebs jeden angeht. Es kann jeden erwischen und fast jeder kennt jemanden, der betroffen ist“, sagt Jens Kirsch bei der symbolischen Spendenübergabe. Der Empfänger des Geldes konnte leider nicht dabei sein, Jessica Leo sagt aber am Telefon, dass Lyzian die Chemotherapie gut vertrage. Die halbseitige Lähmung, die er von der Operation davon getragen habe, lasse langsam nach.

Über Krebs aufzuklären, ist ein wichtiges Anliegen des Heidi Fördervereins – und eines, dass auch die Familie Leo als auch ihren behandelnden Arzt Sally Mukodzi bewegt. „Hätten wir die Symptome gekannt, wären wir schon drei Monate früher zum Arzt gegangen“, sagt Jessica Leo. Sally Mukodzi betont, dass die Gefährlichkeit eines sogenannten Medulloblastoms eben daher rühre, dass viel Zeit zwischen dem Auftreten erster Symptome und der Diagnose vergehe. Dabei tauchten die ersten Symptome erst auf, wenn der Tumor schon so weit gewachsen sei, dass er die Gehirnfunktionen beeinträchtige.

„Ein Alarmsignal ist, wenn die Kinder morgens, noch vor dem Frühstück, erbrechen“, erläutert Mukodzi. Gleichgewichtsstörungen träten erst danach ein. Auch wenn die Kleinen darüber berichten, doppelt zu sehen, sollten Eltern aufhorchen. Als Jessica und Franco Leo ihren Lyzian zum Kernspin ins Klinikum brachten, entdeckte Mukodzi, dass der Tumor schon so groß geworden war, dass der Hirndruck erhöht war. „Die Gefahr ist, dass das Gehirnwasser nicht mehr abfließen kann durch den Tumor. Dann kann der Druck das Stammhirn nach unten drücken und der Mensch ist tot“, sagt der Arzt. In Lyzians Fall sei die Situation bedrohlich gewesen. Er selbst habe die Familie im Rettungswagen ins MHH gebracht. „Ich hatte Angst, dass ich den Jungen auf der A2 verliere“, so Mukodzi.

Bei einem normalen Medulloblastom, wie dem, das Lyzian hatte, betrage die Heilungschance in etwa 60 bis 70 Prozent, sagt Mukodzi. Es gebe in Wolfsburg viele Menschen, die den Tumor überlebt und nun erwachsen sein – mit wenigen oder keinen Nachwirkungen. Laut Jessica Leo sieht es auch für Lyzian gut aus. „Den letzten Chemo-Block hat er gut vertragen“, freut sie sich. Ende Juli werde sich zeigen, ob noch Tumor-Reste vorhanden seien. „Es sieht so aus, als würden wir keine Bestrahlung brauchen“, sagt Leo: Ein Glück, denn laut Sally Mukodzi ist dies bei Kindern besonders gefährlich, weil das sich noch entwickelnde Hirn Schaden nehmen könne.

Wer der Familie Leo eine Freude machen will, kann eine Postkarte oder einen Brief an das Postfach schicken: Lyzian Leo, Postfach 100606, 38406 Wolfsburg. Wer sich mit einer Spende gegen Krebs engagieren möchte, kann sich an den Förderverein Heidi für krebskranke Kinder wenden. Das Spendenkonto des Vereins: Iban DE44269513110031802200.

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