200 Wolfsburger feiern Autogottesdienst

Wolfsburg.  Hupen ersetzt Glockengeläut, Warnblinklicht das Amen. In Coronazeiten wurde in Wolfsburg ein ganz besonderer Himmelfahrtsgottesdienst gefeiert.

Besondere Zeiten erfordern besondere Gottesdienste. An  der Volkswagen-Arena folgten rund 200 Besucher in ihren Autos dem Himmelfahrtsgottesdienst. 

Besondere Zeiten erfordern besondere Gottesdienste. An  der Volkswagen-Arena folgten rund 200 Besucher in ihren Autos dem Himmelfahrtsgottesdienst. 

Foto: Helge Landmann / regios24

Wenn der evangelische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen am Himmelfahrtstag seinen Freiluft-Gottesdienst feiert, versammeln sich die Gläubigen seit Jahrzehnten auf dem Klieversberg. Diesmal wurde aufgrund der Corona-Einschränkungen eine andere Art der liturgischen Feier gewählt.

An einem ebenfalls besonderen Platz der VW-Stadt war zu einem Auto-Gottesdienst eingeladen worden. Rund 200 Besucher blieben am Donnerstag während des speziellen, spirituellen Gemeinschaftserlebnisses in ihren Fahrzeugen. Und zwar auf dem Parkplatz der Volkswagen-Arena. Vor Beginn suchten sie in ihren Autoradios die UKW-Frequenz, auf der das Geschehen akustisch zu verfolgen war.

„Die haben wir leicht gefunden“, sagten Carola Kobbe und ihre Mutter Ulrike, die aus Fallersleben mit einem Cabrio in die Nordstadt gefahren waren. „Wir sind recht gespannt“, so das Duo vor Beginn. Das Verdeck des Freiluftautos blieb offen, nur die Scheiben waren hochgekurbelt. Das nämlich geht als geschlossenes Fahrzeug durch.

Der Altar, an dem Superintendent Christian Berndt den Gottesdienst zelebrierte, war auf der obersten Ebene des Arena-Aufgangs platziert. Von dort aus hatte der Theologe die Autogemeinde genauso wie Werk und Autostadt im Blick. Ein Holzkreuz hatten morgens um 8 Uhr Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder die Treppen hochgeschleppt. „Wenn wir gebraucht werden, sind wir dabei“, sagte Holger Mertelsmann (VCP). An der Organisation waren 20 junge Ehrenamtliche beteiligt. Nicht nur Pfadfinder, sondern auch Mitglieder der evangelischen Jugend wie der Hankensbütteler Sebastian Marx. Er verteilte Listen an die Helfer. Denn wegen Corona mussten sich die Teilnehmer auch bei diesem Freiluftgottesdienst eintragen.

Der thematische Schwerpunkt des Gottesdienstes lag auf dem Gedanken „Worauf ich vertraue“. Die evangelischen Jugendlichen brachten dazu ihre Ansichten und Umfrageergebnisse ein. Die Quintessenz: dass jedem Menschen mit der gleichen Güte und Freundlichkeit begegnet werden sollte. Dann sei „die Welt schon ein Stück besser“.

Dass den Jugendlichen ein so großer Raum eingeräumt wurde, befand Oberbürgermeister Klaus Mohrs als „sehr wichtig, weil darin die Gedanken, Sorgen und Wünsche dieser Generation gut zum Ausdruck kamen“. Seiner Frau Kathrin, die mit ihm im Auto saß, gefiel besonders die Musik mit ihrer breiten Spanne von traditionell bis modern.

Glockengeläut wurde vor der Arena von einem Hupkonzert ersetzt, das Amen durch die Warnblinkanlage. Was das Hupen angeht: „Dass die Leute am Schluss alle spontan noch mal gehupt haben, hat mir ein Gänsehautgefühl beschert“, bilanzierte Christian Berndt. „Da wusste ich, dass der Gottesdienst angekommen ist.“

Beteiligt an der Liturgie waren Kantor Markus Manderscheid und Posaunisten der Stadtkirchengemeinde. Dazu die Musiker Lorrie, Allisson und Lukas Berndt sowie Kilian Krüger und die Jugendlichen Aaron Finger, Leander ter Horst, Alexander Peter, Kristin Schneider und Sebastian Misselhorn. Für die aufwändige Technik zeichneten Gerold Müntinga, Hendrik Buhl und Marcus Wendt verantwortlich.

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