Reislingen: Stadt setzt tierische Rasenmäher ein

Reislingen.  Ländliches Idyll am Südrand von Reislingen: Eine Schafherde erledigt im Auftrag der Stadt Mäharbeiten auf einer Langgraswiese.

Die Stadt setzt in Kooperation mit einem Schäfer aus dem Landkreis Gifhorn in Reislingen-Südwest tierische Rasenmäher ein.

Die Stadt setzt in Kooperation mit einem Schäfer aus dem Landkreis Gifhorn in Reislingen-Südwest tierische Rasenmäher ein.

Foto: Benstem

Friedliches Blöken und dazwischen leises Meckern ist seit dem Wochenende in der Randlage von Reislingen-Südwest zu hören. Eine Schafherde grast, eingezäunt durch einen Elektrozaun, auf einer großen Wiese im Süden des Ortsteiles. Die Stadt kooperiert beim Projekt alternatives Mähen mit einem Züchter aus dem Landkreis Gifhorn. Stadtsprecher Ralf Schmidt erläutert: „In Reislingen-Südwest sind öffentliche Grünflächen mit Langgras vorhanden, die normalerweise zweimal im Jahr gemäht werden. Teile der Grünanlage werden nun durch Schafe abgegrast. Sensiblere Bereiche, wie etwa der dortige Spielplatz, wurden explizit ausgenommen.“

Das Abgrasen erfolge stückweise aber kontinuierlich. Schmidt: „Insekten haben beispielsweise durch das stückweise Abgrasen die Chance, sich auf einer in der Nähe befindlichen Fläche niederzulassen und werden so nicht mitgemäht.“ Hierzu seien im vergangenen Jahr auch Gespräche mit dem Wolfsburger Naturschutzbeauftragten geführt worden. „Gleichzeitig kann das Abgrasen durch Schafe eine Kostenersparnis für die Stadt bedeuten.“ Zusätzlich sei allerdings ein normaler Mähgang im Jahr notwendig, weil die Schafe recht unregelmäßig abgrasen und die Gräser teilweise nur heruntertreten würden.

2019 war das Projekt schon einmal gestartet worden. „Aufgrund der letztjährigen Trockenheit hatte der Landwirt die Schafe von der Fläche geholt“, so der Verwaltungssprecher zur offiziellen Lautung. Tatsächlich hatten sich auch einige Anwohner beschwert. Sie fühlten sich zum einen vom Projekt überhaupt nicht informiert, die Schafherde sei ohne Ankündigung gekommen. Zum anderen würden die Tiere immer wieder ausbrechen und nachts die Ruhe stören. Dabei war die Herde im westlichen Bereich des Ortsteiles und in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern angesiedelt gewesen. Das ist diesmal anders. Der Abstand zu den Häusern ist größer. Spaziergänger, Jogger und vor allem Familien mit Kindern freuen sich über die tierischen Neuzugänge im Viertel. Probleme mit freilaufenden Hunden dürfte es aufgrund des Leinenzwanges nicht geben.

Ralf Schmidt: „In einer so zentralen Lage ist dieses das erste Projekt in dieser Art. Bei einem positiven Verlauf kann es sein, dass weitere Projekte dieser Art folgen. Allerdings muss die Flächentauglichkeit im Einzelfall bewertet werden.“ Tatsächlich ist im Rahmen der Stadtentwicklung geplant, dass inmitten des Riesenbaugebietes Sonnenkamp Richtung Nordsteimke auch eine grüne Mitte mit Weidetieren entsteht.

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