Wolfsburger Baugebiet Hellwinkel-Terrassen: Es geht voran

Wolfsburg.  Auf den Baustellen im neuen Wolfsburger Wohngebiet Hellwinkel-Terrassen herrscht Hochbetrieb. Die Neuland-Wohnungen sind zu 90 Prozent vermietet.

Vier Monate nach dem Spatenstich für zwei zwölfgeschossige Hochhäuser ist auf der Baustelle der Revitalis AG mächtig was los.

Vier Monate nach dem Spatenstich für zwei zwölfgeschossige Hochhäuser ist auf der Baustelle der Revitalis AG mächtig was los.

Foto: Stephanie Giesecke

Betonmischer und Kräne, Bagger und neongelbe Arbeitswesten bestimmen im Herbst 2019 das Bild an der Reislinger Straße: Im Baugebiet Hellwinkel-Terrassen laufen die Arbeiten an mehreren großen Wohnbauprojekten.

Neben den bereits fertiggestellten Häusern der Wohnungsgesellschaft Neuland schwenkt der Arm eines gewaltigen Krans über eine Baugrube, aus der zwei Mehrfamilienhäuser erwachsen sollen. Die Bodenplatte ist gegossen, die Außenwände stehen, zahlreiche Innenwände ebenso. 39 Mietwohnungen errichtet Buhlmann Immobilien hier seit Mai für die Magna Asset Management AG. Weit dahinter ragen anderthalb Jahre nach dem Spatenstich wuchtig die Zwillingshäuser von P und D Wohnkonzepte empor. Es sieht so aus, als könnten die 46 Eigentumswohnungen 2020 bezogen werden: Am östlichen Haus ist das Erdgeschoss bereits verklinkert, die Fenster eingebaut, innen ragen Kabel aus den Steckdosen. Am westlichen Haus laufen Klinkerarbeiten.

Vielleicht hundert Meter davon entfernt steht

Jürgen Elschner etwas resigniert neben der endlos langen Baugrube von Revitalis Real Estate. Der 75-Jährige lebt erst seit dem Frühjahr in Wolfsburg, seiner Partnerin zuliebe ist er hierher gezogen. Als er seine Wohnung in der vierten Etage des Neuland-Wohnzwillings bezog, dachte er, südlich davon würden Reihenhäuser entstehen. Dann fand am Waldrand der Spatenstich für zwei zwölfgeschossige Hochhäuser statt, und Elschner fiel fast vom Glauben ab. „Hier wollte ich eigentlich ewig wohnen bleiben, aber da glaube ich nicht mehr dran““, sagt er. Der Rentner befürchtet, dass im Herbst kein Tageslicht mehr in seine Wohnung kommt, wenn die Hochhäuser erst stehen. Dass so viel Wohnraum gebraucht wird, glaubt der Neu-Wolfsburger nicht. „Hat Wolfsburg so einen Zuwachs?“, fragt er und beantwortet sich die Frage gleich selbst: „Das Gegenteil wird der Fall sein.“ Wenn es der Autoindustrie schlecht gehe, „geht alles den Bach herunter“.

Nach dieser nicht gerade aufbauenden Prophezeiung setzt Elschner seinen Spaziergang fort. In der Revitalis-Baugrube sind derweil mindestens 15 Männer damit beschäftigt, die Bodenplatte für die Hochhäuser herzustellen. Einige stehen knöchelhoch im aus einer Düse stetig nachschießenden Beton, um die graue Masse zu verteilen und zu glätten. Dafür, dass erst im Juni Spatenstich gefeiert wurde, ist der Baufortschritt beeindruckend.

Riesige Baumstämme stützen die Holzspundwände in der Baugrube der Firma Bauplan. Lange werden sie wohl nicht mehr gebraucht. Am langen Arm eines Autokrans schweben gewaltige Betonplatten ein und landen sanft auf dem Fundament. Hohlwände für die Außenwand, sagt ein Arbeiter. 34 Mietwohnungen entstehen hier, insgesamt will

das Unternehmen Bauplan am Ende 70 Wohnungen an den Kapitalverwalter Mondial übergeben.

Die Neuland ist mit der Nachfrage nach ihren Wohnungen zufrieden. 153 Wohnungen hat sie in den Hellwinkel-Terrassen fertiggestellt. Gut 90 Prozent seien vermietet, außerdem die zwei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss der Zwillingsgebäude. An der einen prangt der Schriftzug der Lebenshilfe, vor der anderen steht ein Wagen des Sozialdienstleisters Impulse, der dort sein Büro hat. „Die höchste Nachfrage haben wir bei eher kleineren Wohnungen“, berichtet Neuland-Geschäftsführer Hans-Dieter Brand. Doch auch in den noch freien Einheiten – überwiegend größere Wohnungen – fänden fortlaufend Besichtigungen statt.

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