Polizei Wolfsburg fahndet jetzt auch per Facebook

Wolfsburg.  Das Presseteam der Polizei Wolfsburg wurde um die 31-jährige Sina Matschewski erweitert. Wichtig: Facebook ersetzt aber nicht den Notruf 110.

Das Presseteam der Polizei hat jetzt eine Social-Media-Verantwortliche: Sina Matschewski. Hier im Bild mit Polizeisprecher Thomas Figge.

Das Presseteam der Polizei hat jetzt eine Social-Media-Verantwortliche: Sina Matschewski. Hier im Bild mit Polizeisprecher Thomas Figge.

Foto: Helge Landmann / regios24

Für die Polizei werden soziale Netzwerke für die polizeiliche Arbeit immer wichtiger: Mit dem Kurznachrichten-Dienst Twitter hat die Inspektion Wolfsburg/Helmstedt schon seit zweieinhalb Jahren gute Erfahrungen gemacht, seit Anfang Oktober ist sie jetzt in Wolfsburg und in Helmstedt auch auf Facebook aktiv. Dafür hat das Presseteam der Polizei mit Sven-Marco Claus und Thomas Figge Verstärkung bekommen: Sina Matschewski (31), verheiratet und junge Mutter, die zuletzt im Einsatz- und Streifendienst in Wolfsburg gearbeitet hat, ist dort nach ihrer Elternzeit mit einer halben Stelle angesiedelt „Ich habe vor meinem Studium bei der Polizei ein Tourismusmanagement-Studium abgeschlossen – von daher hatte ich immer schon eine Affinität zur Presse.“

„3000 Follower hat die Polizei Wolfsburg mittlerweile bei Twitter – und wir haben 2800 Tweets abgesetzt“, blickt Polizeisprecher Thomas Figge zurück. „Wir verbreiten auf diesem Wege sehr schnell kurze, prägnante Meldungen – das hat sich insbesondere beim Fußball bewährt. Und da werden wir auch bei Twitter bleiben.“

Von dem neuen Facebook-Auftritt verspricht sich die Polizei aber noch mehr. Sina Matschewski: „Wir wollen darüber Zeugenaufrufe, Fahndungen, Vermissten-Fälle oder auch aktuelle Themen wie etwa den Einbruchsschutz oder einfach auch mal etwas zum Schmunzeln veröffentlichen – und all dies wird dadurch, dass die User es ,teilen’, sofort weiterverbreitet.“ Prinzip: Schneeballsystem, Ergebnis: enorme Reichweite. „Facebook-Fahndungen zum Beispiel bringen heutzutage sehr viel“, weiß Figge von Kollegen, die schon länger auf Facebook unterwegs sind.

Sina Matschewski ist mit den ersten Erfahrungen sehr zufrieden: „Wir haben seit dem 30. September bereits mehr als 2000 Abonnenten und 2000 Likes. In den Kommentaren spürt man ein großes Interesse an der polizeilichen Arbeit, aber natürlich hin und wieder auch Kritik.“ Das sei aber auch völlig in Ordnung – wenn es nicht die Grenzen von Recht und Gesetz überschreite. Figge: „So eine Seite ist natürlich kein rechtsfreier Raum. Sollten dort verbale Äußerungen stattfinden, die eine Straftat bedeuten, werden wir dem nachgehen.“

Zwischen 8 und 16 Uhr wird die Seite künftig persönlich betreut – Meldungen aber seien natürlich auch rund um die Uhr möglich. Sina Matschewski betont jedoch: „Wir sind kein 110-Notruf.“ Wer also etwas Dringendes zu melden habe, müsse sich unbedingt telefonisch an die Polizei melden. Ebenso sei auch die Erstellung einer Anzeige nicht über Facebook möglich, dafür gebe es aber abgesehen vom persönlichen Kontakt die „Online-Wache“.

Und eine letzte persönliche Frage an die junge Polizistin: Wieso erst Tourismusmanagement und dann Polizei? „Tourismusmanagement war auch spannend, ich habe zum Beispiel mal auf der Aida gearbeitet – aber mein Traum war eigentlich immer die Polizei. Und da habe ich einfach nochmal neu angefangen – und es nie bereut.“

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