Von morgens bis abends beste Unterhaltung

Wolfsburg  Auf den Bühnen präsentieren sich am Samstag viele Tanzgruppen und Musiker aus Wolfsburg. Zwei Grizzlys werden geehrt.

Bauchtanz und Hip-Hop, Queen-Coversongs und Soul, Schlager und ein Singer-Songwriter – beim 80. Stadtgeburtstag begann die Party nicht erst am Samstagabend, sondern schon am Vormittag. Auf zwei Bühnen unterhielten Musiker und Tänzer die Festbesucher mit einem abwechslungsreichen Programm.

Tausende waren schon am Freitag in die Innenstadt geströmt. Am Samstagmorgen eröffnete Oberbürgermeister Klaus Mohrs die Sause offiziell. „Wolfsburg hat sich zu einer modernen, dynamischen Stadt entwickelt“, sagte er. „Alle Wolfsburger haben daran mitgewirkt.“

Mohrs nutzte die Gelegenheit, um Volkswagen noch einmal für zwölf mobile Ladesäulen für Elektroautos und die angekündigte Investition in die Ladeinfrastruktur zu danken. Das Geschenk zum Stadtgeburtstag gebe der Entwicklung noch einmal einen Schub. „Wir haben gedacht, wir schenken ein Stück Zukunft. Vor uns liegt die Elektromobilität. Dazu gehört die Ladeinfrastruktur“, sagte VW-Komponentenvorstand Thomas Schmall. Ab Februar 2019 sollen die mobilen Ladesäulen laut Schmall verteilt werden.

Auf einem Rundgang über die Festmeile hielten Schmall, Mohrs sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz, bei VW und der Feuerwehr an. Stadtbrandmeister Helmut von Hausen zeigte die Fahrzeuge – unter anderem hatte die Vorsfelder Wehr ihre Drehleiter mitgebracht.

Eishockeystars neben Präsidenten

Am Nachmittag gab es auf der Rathausbühne einen Rückblick auf sportliche Höhepunkte: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hatte bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Geschichte geschrieben und ihren sensationellen Auftritt in Südkorea mit der Silbermedaille gekrönt. Mittendrin seinerzeit: die Grizzlys-Spieler Björn Krupp und Gerrit Fauser. Beide trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. „Endlich auch mal Eishockeyspieler“, sagte der Oberbürgermeister. Denn in dem gut gehüteten Buch stünden bislang vor allem Namen von Bundespräsidenten, Botschaftern, Staatssekretären oder Fußballern.

Silbermedaille ist mit dabei

Gerrit Fauser zeigte sich auf der Bühne mit seiner Silbermedaille um den Hals. Björn Krupp dagegen ohne, denn „die liegt bei meiner Mutter“, erzählte der Grizzlys-Verteidiger. „Dort ist sie in besten Händen.“ Fauser erzählte, dass er zu Hause eine „Olympia-Ecke“ eingerichtet habe. Und in der liegt auch die Medaille. „Wenn ich sie mir ansehe, habe ich jedes Mal ein Lächeln im Gesicht“, erzählte der Grizzlys-Stürmer, der sich gerne an die Olympia-Erfolge erinnert. „Es waren richtige Gänsehaut-Momente dabei.“

René Krebs singt Britney Spears

Im Anschluss an die Sportler kletterte der musikalische Lokalmatador René Krebs auf die Bühne. Der Singer-Songwriter aus Wolfsburg, vor drei Jahren DSDS-Kandidat, lieferte mit seiner Band feinste Unplugged-Musik ab – eine gelungene Mischung aus eigenen Songs und Cover-Versionen wie Britney Spears‘ „Hit me Baby one more time“. Musikalisch ging es ab 11 Uhr auch auf der Brawo-Bühne unter dem Glasdach zu. Solokünstler, Duos und Bands aus Wolfsburg zeigten ihr Können. Zuerst versorgte die Cover-Band M1 die Besucher mit Pop und R&B. Schlager gab es ab 13 Uhr von Herdis Matthäus & Claudio Calandra auf die Ohren.

Aufregung um vermisstes Kind

Für Aufregung sorgte kurz nach 16 Uhr ein zwei Jahre alter Junge. Er war plötzlich verschwunden. Während die Eltern panisch nach dem Kleinkind suchten, kümmerten sich Helfer um die zwei Geschwister. Nur wenige Minuten nach dem Verschwinden waren auch drei Polizeibeamte am Hugo-Bork-Platz. Nach zehn Minuten dann die gute Nachricht: Der Junge wurde gefunden. Der Vater hatte ihn an einem Stand entdeckt, wo der Junge sich festgeguckt hatte.

Sorgenfrei konnte es auf der Truck-Bühne weitergehen. Singer-Songwriter Dome begeisterte mit einer Mischung aus eigenen und gecoverten Liedern. In einer Musikerfamilie aufgewachsen, startete der Wolfsburger mit 14 Jahren sein erstes Bandprojekt, war Gitarrist und Frontmann bei der Band Scotty Pilgrim und widmet sich mittlerweile seinem Soloprogramm. Wandelbare Stimme, softe Balladen oder rockige Töne – von allem etwas gab es was auf die Ohren. Mit der Gitarre in der Hand sang Dome Songs wie „I don’t wanna know“ oder Ed Sheerans Hit „Shape of You“.

Für ganz andere Klänge sorgte Blindtext. Das Duo besteht aus Sebastian Kern und Bastian Zimmermann. Letzterer ist den Wolfsburgern auch als Politiker bekannt. Er sitzt für die Linke im Rat der Stadt. Doch Samstag war der Familienvater als Musiker unterwegs. Und das recht erfolgreich. Wenngleich das Wolfsburger Publikum sich mit Hip-Hop noch etwas schwer tut. Aber die zwei charmanten Männer wussten, wie sie ihr Publikum für sich gewinnen konnten. „Ich sag Wolfs, Ihr sagt Burg. Wolfs...“, feuerte Zimmermann alias „Baltasar“ die kleine Menge an und bekam ein „Burg“ zurück. Mit Liedern wie „Campingmobil“ und dem Klassiker „Schöne neue Welt“ errappten sie sich sogar eine Zugabe.

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