Eine SMS auf der Autofahrt kostet 18 Sekunden Blindflug

Wolfsburg  Die Polizei und die Verkehrswacht informierten in der Innenstadt.

Klaus Seiffert, Rainer Stapel und Norbert Vetter (von links) informierten in der Innenstadt zum Tag der Verkehrssicherheit.

Klaus Seiffert, Rainer Stapel und Norbert Vetter (von links) informierten in der Innenstadt zum Tag der Verkehrssicherheit.

Foto: Eva Hieber

Unterwegs auf der Heinrich-Nordhoff-Straße, vorbildlich mit Tempo 50. Das Handy piept, eine SMS. Was, wenn es der Chef ist, oder das Kind, oder die Verabredung? Schnell mal draufgeschaut, passiert schon nichts – wie viele Menschen sich das jeden Tag denken, darüber gibt es keine Zahlen. Wohl aber darüber, wie lange man wirklich abgelenkt ist in Situationen wie diesen.

Konkreter: Bei Tempo 50 das Handy zu entsperren, bedeutet bei 4 Sekunden Ablenkung 56 Meter Blindfahrt. Zigarette anstecken: 98 Meter. Eine SMS tippen: 252 Meter, bei 18 Sekunden Dauer. So steht es in der Broschüre zur Ablenkungen im Straßenverkehr, die die Verkehrssicherheitsexperten Rainer Stapel und Norbert Vetter sowie Klaus Seiffert von der Verkehrswacht, am Samstag in der Innenstadt verteilen. Die Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt und die Verkehrswacht informieren anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit darüber, was Ablenkungen am Steuer – aber auch auf dem Fahrrad oder für unaufmerksame Fußgänger – für Auswirkungen haben können.

Dass es dabei nicht nur ums Smartphone geht, erklärt Rainer Stapel. „Die ganze Elektronik im Auto kann unsere Aufmerksamkeit davon ablenken, wo sie hingehört: Auf die Straße“, so Stapel. Zum Beispiel das Navigationsgerät. „Man sollte sich immer schon vor der Fahrt mit der Technik im Auto vertraut machen und alles so einstellen, dass man nicht mehr nachjustieren muss“, so Stapel. Falle dann auf dem Weg in den Sommerurlaub nach Dänemark im Elbtunnel doch mal das GPS-Signal aus, müsse man eben eine Pause machen und das Gerät neu einstellen. Und das Handy? „Sollte am besten in einer Handytasche weit weg vom Fahrer im Auto liegen.“ Auch Kramen in der Handtasche oder im Handschuhfach seien potenzielle Unfallverursacher, fügt Norbert Vetter hinzu.

Übrigens: Wem auffällt, wie ein anderer Autofahrer unsicher fährt oder ständig auf sein Handy schaut, darf ruhig mal hupen oder Lichtsignale geben, wenn es gefährlich wird. Oder das Kennzeichen merken und die Polizei informieren. „Das gilt umso mehr für LKW auf der Autobahn“, betont Stapel.

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