Wolfenbüttel. Häftlinge sollen im Wolfenbütteler Gefängnis in großem Stil mit Rauschgift gehandelt haben. Unter ihnen: der „Pate von Salzgitter“.

Drogen gibt es in jedem Gefängnis, sagen Mitarbeiter im Vollzug. Doch eine Gruppe von Häftlingen im Knast von Wolfenbüttel soll es während der Jahre 2018 und 2019 besonders arg getrieben haben, sagt die Braunschweiger Staatsanwaltschaft. Der Rädelsführer ließ die Drogen per Drohne in einem Hof der Wolfenbütteler Justizvollzugsanstalt abwerfen, durch Freigänger ins Gefängnis schmuggeln oder per Haftpost übersenden, so ihr Vorwurf. Bogenweise soll auf diesem Wege mit künstlichem Cannabinoiden bedampftes Papier in den Knast im Zentrum der Lessingstadt gelangt sein. An die 200 Beamte stellten im April 2019 die gesamte JVA sowie Wohnungen in Salzgitter auf den Kopf. Das mutmaßliche Geschäft mit Marihuana, Haschisch, Spice und Medikamenten schlug hohe Wellen: Sogar der Landtag befasste sich mit der Sache.