Wendessen. Im Bereich des ehemaligen Hotels Gala ist das Parken künftig untersagt. Der Ortsrat fordert außerdem die Neufestlegung der Briefwahlbezirke.

Große Erleichterung in Wendessen: Nach einer Intervention des Ortsrates hat die Stadt Wolfenbüttel an der Leipziger Allee im Bereich des ehemaligen Hotels Gala das Parken untersagt. „Damit wird eine echte Gefahrenstelle entschärft, denn durch die dort abgestellten Autos und Anhänger kam es immer wieder zu brandgefährlichen Situationen im Gegenverkehr – und ein Ein- oder Ausbiegen von den oder in die Nebenstraßen wurden durch die Sichtbehinderungen zu einem Glücksspiel“, wird Ortsbürgermeister Andreas Rink in einer Pressemitteilung des Ortsrates zitiert. Er bedankte sich im Rahmen der Ortsratssitzung bei der Stadt, die sich nach einem Vor-Ort-Termin von der Gefährlichkeit der Situation überzeugen ließ und schnell handelte. Jetzt käme es darauf an zu verhindern, dass Autofahrer, nachdem der Engpass beseitigt wurde, mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Leipziger Allee fahren.

Krasse Ausreißer mit über 180 km/h

Dass Tempoüberschreitungen in Wendessen ein Thema sind, wurde auch durch die Präsentation der Messergebnisse der vom Ortsrat angeschafften Anlage an der Straße Am Friedhof deutlich. Wenn sich auch die meisten Autofahrer an den erlaubten 50-km/h-Bereich halten, so zeichnet das Gerät dort immer wieder krasse Ausreißer mit über 180 Stundenkilometern auf.

Eine andere Erkenntnis aus der nunmehr gut halbjährigen Betriebsphase: Wenn die Lichtanlage eingeschaltet und die Anzeige für die Verkehrsteilnehmer sichtbar ist, fahren diese vernünftiger und reduzieren im Messbereich ihre Geschwindigkeit stärker als im Testbetrieb mit ausgeschalteter Anzeige. Der Ortsrat teilt mit, dass er die Auswertungen der Stadt und der Polizei zur Verfügung stellen wird – denn das übergeordnete Ziel bleibe es weiterhin, an dieser Einfallstraße nach Wendessen eine Querungshilfe einzurichten. Da die Tempoanlage mobil ist, kann sie auch an anderen Stellen installiert werden – gegebenenfalls auch in der Durchgangsstraße Leipziger Allee.

Detlev Quidde tritt aus dem Ortsrat zurück

Einstimmig beschloss der Ortsrat auf Antrag von Ortsbürgermeister Rink, die Stadt Wolfenbüttel um eine Neufestsetzung der Briefwahlbezirke bei den Landes-, Bundestags- und Europawahlen zu bitten. „Wenn immer mehr Wähler, zuletzt mehr als ein Drittel, Ihre Stimme per Briefwahl abgeben und diese Stimmen aber gar nicht in das Ergebnis vor Ort einfließen, dann ist das nicht gut – man möchte ja schon wissen, wie die Stimmungslage im eigenen Dorf ist“, so Rink. Bei der Landtagswahl in diesem Jahr kamen die Briefwahlstimmen aus Wendessen zusammen mit den Briefwahlstimmen aus Fümmelse, Adersheim und Leinde in einen „Topf“ und wurden als Gesamtergebnis veröffentlicht. Dieses unterschied sich teilweise erheblich von dem Ergebnis der Vor-Ort abgegebenen und ausgezählten Stimmen.

In der Ortsratssitzung verkündete das CDU-Mitglied Detlev Quidde seinen Rücktritt aus dem Gremium. Die vielfältigen Aufgaben als Mitglied des Wolfenbütteler Rates beanspruchen ihn stark, es sei nach 16 Jahren Ortsratstätigkeit deshalb nun Zeit, Jüngeren Platz zu machen, so Quidde. Sein Nachrücker aus den Reihen der CDU werde in der nächsten Sitzung des Ortsrates am 9. Februar 2023 verpflichtet.