Getreideernte

Wolfenbütteler Nabu-Gruppe ist wieder auf Feldhamster-Suche

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Ein Feldhamster erkundet aus einem Erdloch auf einer Ackerfläche heraus seine nähere Umgebung. Diese Nagetiere sind vom Aussterben bedroht.

Ein Feldhamster erkundet aus einem Erdloch auf einer Ackerfläche heraus seine nähere Umgebung. Diese Nagetiere sind vom Aussterben bedroht.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Wolfenbüttel.  Der Naturschutzbund geht Äcker und Wiesen im Landkreis ab, berät Landwirte – und sucht nach weiteren Freiwilligen.

Die Ernte ist in vollem Gange und damit wird der Blick auf die Ackerböden frei. Das ist der Startschuss für die ehrenamtlichen Helfer des Nabu Wolfenbüttel, mit Zollstöcken über die Äcker zu laufen und nach Hinweisen für den vom Aussterben bedrohten Feldhamster zu suchen.

Wie die Nabu-Kreisgruppe nun mitteilt, sind die Freiwilligen die ersten Flächen bei Hornburg bereits abgegangen und haben mehrere Hinweise auf die nachtaktiven Tiere gefunden.

Feldhamsterbauten sind laut Nabu vor allem durch die Tiefe von Mauselöchern zu unterscheiden: Verschwindet der Zollstock mindestens 40 bis 60 Zentimeter im Loch, handelt es sich mit großer Sicherheit um einen Feldhamster-Unterschlupf. „Eine Feldhamstermutter benötigt diverse unterirdische Hohlräume, zum Beispiel für den Futtervorrat oder als Wurfhöhle“, heißt es von den Wolfenbütteler Nabu-Verantwortlichen. Durch sein Graben trage der Hamster maßgeblich zur Bodenfruchtbarkeit bei.

Nabu berät Bauern zum Thema Feldhamsterschutz

Neben Hasen, Rebhühnern, Rehen oder Füchsen seien die Feldhamster in den vergangenen Jahren seltener auf Wiesen und Äckern geworden. „Durch die immer frühere Ernte, die teils ausgeräumten Agrarlandschaften, den flächigen Einsatz von Pflanzenschutzmittel und die sehr effizienten Erntemaschinen bleibt zu wenig Futter für die Tiere übrig“, teilt der Naturschutzbund mit. Oft reiche es weder für einen zweiten Wurf noch den überlebensnotwendigen Wintervorrat.

Damit der Feldhamster in naher Zukunft nicht ganz verschwinde, brauche das Tier die Unterstützung der Landwirtschaft. Das funktioniere recht einfach, zum Beispiel durch eine hohe Ährenernte bei einem Teil der Ackerfläche oder einem Schutzstreifen aus Luzerne und Wintergetreide. So böten länger stehende Halme zusätzlichen Schutz vor Fressfeinden.

Landwirtinnen und Landwirte können sich bei der Ökologischen Nabu-Station Aller/Oker für eine Beratung zum Thema Feldhamsterschutz und eine systematische Kartierung ihrer Nutzflächen melden. Freiwillige der hiesigen Kreisgruppe gehen dann die Äcker und Wiesen ab.

Wer Interesse hat, den Naturschutzbund Wolfenbüttel bei der Feldhamstersuche zu unterstützen, kann sich per E-Mail an den Kreisverband wenden. Die Adresse dafür lautet info@nabu-wf.de.

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