Mehrgenerationenhaus in Wolfenbüttel bleibt vorerst ein Traum

Wolfenbüttel.  Coronabedingt wird die Diskussion über Wohnformen in Wolfenbüttel im nächsten Jahr fortgesetzt.

Gisela Schlee, Heide Wilkens und Marita Bartusch (von links) arbeiten gemeinsam im Vorstand des Vereins Jahreszeiten. Sie investieren viel Zeit in ihren Traum von einem Mehrgenerationenhaus in Wolfenbüttel.

Gisela Schlee, Heide Wilkens und Marita Bartusch (von links) arbeiten gemeinsam im Vorstand des Vereins Jahreszeiten. Sie investieren viel Zeit in ihren Traum von einem Mehrgenerationenhaus in Wolfenbüttel.

Foto: Archivfoto: Christine Zwingmann

Ein Mehrgenerationenhaus im Herzen Wolfenbüttels – das ist nach wie vor der Traum des Vereins „Jahreszeiten“. Das bekräftigt Gisela Schlee. Gerade jetzt, während der Pandemie, habe sich gezeigt, wie wichtig es sei, Kontakt miteinander zu halten, um nicht komplett zu vereinsamen, sagt sie. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Wolfenbüttel werde das Thema „Wohnformen“ coronabedingt im nächsten Jahr weitergespielt.

Aus der Gruppe ist in Wolfenbüttel der Verein „Jahreszeiten“ geworden

Seit 2007 träumen die Mitglieder von ihrem Mehrgenerationenhaus. Damals schlossen sie sich zu einer Gruppe zusammen, daraus wiederum entstand der Verein „Jahreszeiten“. 18 Mitglieder gehören ihm heute an. Zwölf von ihnen wohnen im Altstadtquartier. Der Rest verteilt sich auf andere Gebiete in der Stadt und Cremlingen. Seit 2017 gibt es „Wir im Quartier“, eine „Zwischenlösung“ oder auch „Parallellösung“, wie Gisela Schlee es nennt.

Wenn es Corona derzeit nicht gäbe, wäre das für die Vereinsmitglieder normal: Carsharing, gemeinsam einkaufen und ein offenes Wohnzimmer einmal in der Woche. Dort treffen sich meist 4 bis 6 Mitglieder, um sich untereinander auszutauschen. Der Jourfix findet von 16 bis 18 Uhr in einem Wohnzimmer der einzelnen Wohnungen, in denen die Mitglieder wohnen, statt. „Coronabedingt gibt es das aber im Moment nicht“, sagt Gisela Schlee.

Die Mitglieder halten über Whats App und Telefon Kontakt zueinander

Derzeit hält die Gruppe über Whats App und Telefon Kontakt untereinander. „Zu zweit unternehmen wir Spaziergänge“, erzählt sie weiter und ergänzt: „Unsere Gemeinschaft hat sich gerade jetzt richtig gut bewährt.“

Normalerweise gab es auch monatliche Arbeitstreffen. Die Mitglieder schauten sich Wohnprojekte in ganz Niedersachsen an. In Wolfenbüttel waren bereits mehrere Immobilien für ein Mehrgenerationenhaus im Gespräch. Ganz zu Anfang habe es mal die Idee gegeben, so ein Haus am Teichgarten zu bauen. Ein Architekt habe damals schon mit den Planungen begonnen. „Doch es scheiterte am Investor“, fasst Gisela Schlee zusammen.

Viele Immobilien in Wolfenbüttel waren schon im Gespräch

Auch andere Immobilien seien im Gespräch gewesen. Zum Beispiel am Juliusmarkt/Ecke Marktstraße, der Kronprinz, die Bähr-Immobilie. „Alle sind von unserer Idee immer richtig begeistert. Doch wenn es ins Detail geht, wird es schwieriger“, meint sie. In der Sprechstunde des Bürgermeisters seien Mitglieder des Vereins „Jahreszeiten“ gewesen, die Fraktionen im Rat wüssten Bescheid und auch die neuen Bürgermeister-Kandidaten kennen ihr Anliegen.

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Ziel sei immer noch das gemeinsame Haus, in dem jedes Mitglied eine eigene Wohnung hätte. „Wir sind schließlich Individualisten“, unterstreicht Gisela Schlee. Der Charme bestünde darin, dass erstens alle Mitglieder in einem Haus wohnten und sich schnell gegenseitig helfen könnten und zweitens so ein Haus einen Gemeinschaftsraum hätte, in dem man sich mal schnell zu mehreren auf eine Tasse Kaffee treffen könnte.

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