Wolfenbütteler Familie will Kindern Weihnachtswünsche erfüllen

Wolfenbüttel.  Der 8-jährige Ata und die 13-jährige Tijen Günes geben ihre Spielsachen an ärmere Kinder ab. Die Aktion sorgt bei Facebook für viel Zuspruch.

Familie Günes spendet ihr Spielzeug an ärmere Familien. 

Familie Günes spendet ihr Spielzeug an ärmere Familien. 

Foto: Privat

Anderen Familien ein schönes Weihnachtsfest bescheren: Auf diese selbstlose Idee kam die Familie Günes aus Wolfenbüttel und bot zahlreiches Spielzeug bei Facebook an. Ein Piratenschiff, ein Friseursalon oder eine Kutsche konnten sich hilfsbedürftige Familien abholen – gratis. Dieser Aufruf sorgte für jede Menge positives Feedback – und für Freudentränen beim achtjährigen Ata Günes.

„Als mein Sohn erfahren hat, dass sein altes Spielzeug jetzt anderen Kindern eine Freude bereitet, kamen ihm die Tränen vor Glück“, erzählt Mutter Ebru Günes stolz. Der Achtjährige kam auf die Idee, das alte Spielzeug zu verschenken. Es sei viel zu schade es vertauben zu lassen, berichtet Günes. „Zuerst wollte er das ganze Spielzeug vor dem Haus zum Mitnehmen anbieten. Ich hatte da leichte Bedenken aufgrund von Corona und startete stattdessen einen Aufruf in einer Gruppe bei Facebook“, erzählt die Mutter.

Playmobil-Spielzeug war schnell weg

Und dieser stieß auf viel Zuspruch. Innerhalb kürzester Zeit seien zahlreiche Nachrichten von Familien angekommen, die einzelnes Spielzeug abholen wollten. „Beispielsweise hat uns eine sechsköpfige Familie angeschrieben, die nicht genügend Geld habe, um für Weihnachten Spielzeug für die Kinder zu besorgen“,

berichtet Günes. Gerade die Playmobil-Sachen seien schnell weg gewesen.

„Die Resonanz war großartig. Natürlich haben wir die Spielsachen zusammengebaut, desinfiziert und verpackt. Jeder bekam einen kleinen Schuhkarton in die Hand gedrückt. Das hat auch meinen Kindern sehr viel Spaß gemacht, denn sie wissen, dass ihre alten Spielsachen anderen, ärmeren Kindern eine Freude bereitet.“

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Kinder versüßen Weihnachtsfest

Der 8-jährige Ata und seine 13-jährige Schwester Tijen wüssten, was es heißt, zu verzichten. „Auch wir haben keine leichte Zeit hinter uns. Es gab Zeiten, in denen wir kein Geld hatten, den Kindern Geschenke zu kaufen oder sie zu Weihnachten glücklich zu machen. Zum Glück haben meine Kinder das nie böse genommen. Als es uns dann besser ging, habe ich sie natürlich mit Spielzeug zugeschmissen“, lacht Günes.

Vergessen haben die Kinder die schwere Zeit nicht und wollen jetzt anderen Kindern zu Weihnachten eine Freue machen. „Wir freuen uns auch schon auf Weihnachten. Wir sind zwar Muslime, feiern Weihnachten aber ganz klassisch mit Weihnachtsbaum und Gänsebraten. Dieses Jahr jedoch im kleineren Kreis – aufgrund von Corona. Und vielleicht haben wir mit unserer Aktion das eine oder andere Fest versüßt.“

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