Adrian Haack – lieber Wolfenbütteler Rathaus statt Bundestag

Wolfenbüttel.  Adrian Haack (32) will für den CDU-Stadtverband im nächsten Jahr als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen und Nachfolger von Thomas Pink werden.

Adrian Haack muss am 30. Oktober noch von seiner Partei nominiert werden. 

Adrian Haack muss am 30. Oktober noch von seiner Partei nominiert werden. 

Foto: Jörg Kleinert

Statt Abgeordneter im Deutschen Bundestag lieber Bürgermeister in Wolfenbüttel? Ist das auf der Karriereleiter nicht ein Schritt nach unten? „Nein“, sagt Adrian Haack. „Es ist ein sehr gut überlegter Schritt.“ Der 32-jährige Fümmelser, promovierter Politikwissenschaftler und Büroleiter von Paul Ziemiak, Generalsekretär der Bundes-CDU, ist Wunschkandidat des Wolfenbütteler CDU-Stadtverbandsvorstands für die Nachfolge von Thomas Pink (parteilos) für die Bürgermeisterwahl 2021. Am 30. Oktober muss sich Haack in der Nominierungsversammlung dem Votum der CDU-Mitglieder stellen.

Kurzfristige Entscheidung

Haacks kurzfristige Entscheidung, nicht als möglicher CDU-Kandidat im Wahlkreis 49 (Salzgitter - Wolfenbüttel - Goslar) bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 für die Christdemokraten an den Start zu gehen – die Parteimitglieder wählten vor acht Tagen den Unternehmer Holger Bormann –, sei in ihm seit April gereift. Während seiner Werbetour-Termine in Vereinen, bei Verbänden oder bei öffentlichen Veranstaltungen habe sich nahezu jedes Gespräch um lokale Themen gedreht. „Viele Leute fragten mich, warum die größte Partei, die CDU, kein Angebot für die Bürgermeisterwahl macht“, so Haack. „Und nun mache ich ihnen das Angebot, Verantwortung zu übernehmen.“

Kritik des Bündnisses unabhängiger Wähler

Aus dem Lager des Bündnisses unabhängiger Wähler (BuW), das mit Stadtbaurat Ivica Lukanic ins Rennen ums Bürgermeisteramt geht, hagelte es öffentlich Kritik. In einem Schreiben, das an mehrere Redaktionen ging, hieß es, Haack sei „ohne jegliche Führungserfahrung“, er habe keine Erfahrung in der Amtsführung eines Bürgermeisters, er sei „ein Politnovize“, das BuW sei „erschüttert über ein solch’ parteipolitisches Vorgehen“. Die Wortwahl in einigen Passagen des Schreibens erinnere ihn an „AfD-Sprech“, sagt Haack, er kenne dies aus dem Bundestag. Haack will Ruhe bewahren. „Mein Wahlkampf wird sachlich und fair bleiben.“

Thema Corona bleibt

Welche Visionen hat Haack für Wolfenbüttel? Corona werde das politische und gesellschaftliche Leben in der Stadt lange begleiten, sagt der 32-Jährige. „Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu meistern, wird die größte Herausforderung der nächsten fünf Jahre.“

Abitur am THG

Haack, geboren in Idar-Oberstein und aufgewachsen in Fümmelse, fühlt sich in Wolfenbüttel verwurzelt. „Mir braucht keiner die Stadt zu erklären.“ Nach dem Abitur 2007 am Theodor-Heuss-Gymnasium folgte das Studium in Hannover, Göttingen und Warschau, schließlich der berufliche Schritt nach Berlin.

Sein Wohnort wird Fümmelse

Dort lernte er seine heutige Frau Eva kennen, CDU-Fraktionsreferentin im Bundestag. Beide heirateten, erwarten im Dezember das erste gemeinsame Kind. Statt Leben in Prenzlauer Berg bevorzugt Haack künftig das Wohnen auf dem elterlichen Gehöft in Fümmelse. „Und meine Frau zieht da voll mit.“

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