Corona: 103 Menschen rund um Kita Halchter in Quarantäne

Wolfenbüttel.  Der Landkreis bittet darum, Beschimpfungen zu unterlassen und widerspricht Darstellungen von Mittwoch. So ist die Situation in der Kita Halchter

Die Kindertagesstätte in Halchter muss nach zwei positiven Corona-Fällen bei Kindern bis einschließlich 25. September wegen Quarantäne geschlossen werden. Der Landkreis appelliert, Beschimpfungen gegenüber Eltern zu unterlassen.

Die Kindertagesstätte in Halchter muss nach zwei positiven Corona-Fällen bei Kindern bis einschließlich 25. September wegen Quarantäne geschlossen werden. Der Landkreis appelliert, Beschimpfungen gegenüber Eltern zu unterlassen.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Vor einigen Tagen konnte Wolfenbüttels für die Kindertagesstätten zuständiger Dezernent Thorsten Drahn im Sozialausschuss noch berichten, dass der Start ins neue Kindergartenjahr „weitestgehend reibungslos“ geklappt habe. Das Gesundheitsamt hat seitdem eine häusliche Quarantäne für 83 Kinder und 20 Erzieher der Kindertagesstätte (Kita) Halchter angeordnet. Das teilte der Kreis am Donnerstag um 15 Uhr in einer Pressemitteilung mit. Bereits am Mittwoch war bekanntgeworden, dass zwei Kinder der Kita Halchter, die sich offenbar bei ihren Eltern mit dem Virus angesteckt hatten, positiv auf das Corona-Virus getestet worden seien.

Gesundheitsamt Wolfenbüttel: Kontakte in der Kita waren Gruppenübergreifend

Nach einem Bericht des Gesundheitsamtes kam es in der Kita zu gruppenübergreifenden Kontakten, so dass die Quarantäne vorsorglich auf alle fünf Gruppen der Kita ausgedehnt werden musste. Die positiv getesteten Kinder waren das letzte Mal am 11. September in der Kita. Die vierzehntägige Quarantäne gilt daher bis einschließlich 25. September. Geschwisterkinder dürfen bis zum Vorliegen des Testergebnisses keine Schulen, Kitas oder Vereinsgruppen besuchen. Die Eltern seien über die individuell erforderlichen Verhaltensweisen der Familienmitglieder informiert worden, so der Kreis.

Kinder und Kita-Personal werden auf das Corona-Virus getestet

Am Mittwochnachmittag habe das positive Testergebnis der beiden Kinder vorgelegen, bestätigte der Kreis. Das Gesundheitsamt informiere seither die Eltern über die Quarantäneauflagen. Außerdem würden vorsorglich weitere mögliche Kontaktpersonen ermittelt. Testungen des Personals und der Kinder wurden durchgeführt. Die Testergebnisse werden laut Landkreis in den nächsten Tagen erwartet.

Eltern sind Beschimpfungen ausgesetzt

Nach Infos des Kreises seien einige Eltern, die ihre Kinder in der Kita Halchter betreuen lassen, derzeit Beschimpfungen ausgesetzt. Der Kreis bittet darum, Gerüchte und Beschimpfungen zu unterlassen. Es sei wichtig, dass Betroffene richtige Angaben über Symptome und Kontaktpersonen machten, ohne Anfeindungen befürchten zu müssen.

Korrigiert werden muss unsere Nachricht, dass die betroffene Familie aus einem Spanienurlaub zurückgekehrt sei. Diese Info wurde auch nicht – wie irrtümlich gemeldet – von Stadtrat Thorsten Drahn verbreitet. Sie stammte aus anderen Quellen und hat sich inzwischen aber als falsch erwiesen.

Seit September wieder uneingeschränkter Betrieb in Einrichtungen der Stadt Wolfenbüttel

Die Stadt hatte gerade erst zum 1. September in den städtischen Einrichtungen eine Rückkehr zum uneingeschränkten Regelbetrieb wieder aufgenommen. Das bedeutete auch, dass in den Einrichtungen offene Konzepte und gruppenübergreifende Betreuungskonzepte wieder zulässig waren. Zuvor waren die Kita-Gruppen – so gut es ging – voneinander getrennt betreut worden. Da inzwischen aber alle Kindergartenkinder wieder miteinander spielen dürfen und alle Kinder zu allen Erziehern Kontakt haben, bleibt laut Drahn wohl nur die Möglichkeit übrig, den Kindergarten für einige Zeit zu schließen.

Nach diesem Rückschlag wird wahrscheinlich der nächste Schritt, die geplante Rückkehr zum uneingeschränkten und vollumfänglichen Regelbetrieb „wie vor Corona“, die für den 1. Oktober geplant war, zunächst entfallen, denn schon bei der Ankündigung dieses Schrittes musste Drahn im Sozialausschuss einräumen: „Soweit es die Infektionszahlen zulassen.“

Zwei weitere Corona-Nachrichten gab es am Ende der Ratssitzung am Mittwochabend. Bürgermeister Thomas Pink erklärte, dass sich die Stadt weiter darum bemühe, den Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen. Er werde aber auf jeden Fall kleiner und überwachter ausfallen.

Den arg gebeutelten Gastronomiebetrieben, so CDU-Ratsherr Holger Bormann, will die Stadt Zuschüsse für Außenzelte geben, damit auch in der kalten Jahreszeit eine Außengastronomie möglich sein soll. Anträge können ab sofort bereits an die Wirtschaftsförderung der Stadt gerichtet werden, so Bürgermeister Thomas Pink.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder