Wolfenbütteler machen Vorschläge für ihren Weihnachtsmarkt

Wolfenbüttel.  Hajo würde gern mit oder ohne Feuerzangenbowle zum Wolfenbüttler Weihnachtsmarkt kommen.

Hajo und seine legendäre Feuerzangenbowle auf dem Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt.

Hajo und seine legendäre Feuerzangenbowle auf dem Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt.

Foto: Archivfoto: privat

Der Weihnachtsmarkt in Wolfenbüttel ist vielen Bürgern ganz offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Nachdem die Stadt hatte verlautbaren lassen, dass es wegen fehlender Vorgaben vom Land Niedersachsen in jeder Stelle in Wolfenbüttel schwierig sei, unter Coronabedingungen einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten, diskutieren unsere Leser im Netz Möglichkeiten, wie es doch gelingen könnte.

Der Komm-Beachclub könnte Flächen für Weihnachtsmarktbuden bieten.

Steven Michael Gollnow schlägt vor, den Komm-Beachclub am Landeshuter Platz zweckzuentfremden. Dazu meint Nina Heptner, die mit Jarek Kasperczyk sowie Peggy und Sven Siegmund den Club leitet: „Da sind wir dran. Wir denken schon über Hygienekonzepte nach.“

Antje Boshamer verweist darauf, dass Braunschweig seinen Weihnachtsmarkt auch stattfinden lassen würde, obwohl Braunschweig doch viel größer als Wolfenbüttel sei. Susanne Liebermann schlägt vor, die Feuerzangenbowle, den Apfelpunsch, die Zipfelwerkstatt, das Glühbier und den Piske-Imbiss weiträumig auf dem Schlossplatz, in der Fußgängerzone und auf dem Stadtmarkt zu verteilen. Dabei nicht bedacht ist allerdings, dass auf dem Schlossplatz schon mittwochs und samstags die Stände des Wochenmarktes stehen.

Darüber hinaus regt Liebermann an, Stehtische aufzustellen, an denen die Mund-Nasen-Schutze abgenommen werden dürfen. Ansonsten gebe es die Masken- und Abstandspflicht: „Dazu überall weihnachtliche Musik aus Lautsprechern und Feuerkörbe und es wird mit Sicherheit gemütlich.“ Nadine Steinkühler pflichtet ihr bei: „Das klingt toll, wenn das so umsetzbar sein sollte.“

Marvin Gottschling meint: „Wolfenbüttel ohne Weihnachtsmarkt, das geht einfach nicht. Ein bisschen Stimmung sollte man doch haben und die Kinder würden sich auch darüber freuen.“ Tina KW schlägt vor, dass Sicherheitsdienste die Anzahl der Menschen ermitteln und reglementieren müssten. Das funktioniere auf dem Schlossplatz beim Wochenmarkt doch auch: „Besser klein, als gar nicht.“

Im Internet-Auftritt unserer Zeitung können Leser abstimmen, ob sie trotz Corona auf einen Weihnachtsmarkt gehen würden. Die Abstimmung läuft noch.

Hajo will auf jeden Fall dabei sein – mit oder ohne Feuerzangenbowle

Doch noch ist der Weihnachtsmarkt in Wolfenbüttel nicht abgesagt. „Wenn er stattfindet, sind wir auf jeden Fall mit dabei“, sagt Hajo Palm am Telefon, der die beliebte Feuerzangenbowle verkauft. Dann schiebt er nach: „In welcher Form auch immer.“ Natürlich habe er schon davon gehört, dass der Ausschank von Alkohol auf Weihnachtsmärkten wegen Corona verboten sein könnte, aber egal: „Dann lassen wir uns eben etwas anderes einfallen.“

Thorsten Raedlein, Pressesprecher der Stadt Wolfenbüttel, sagte, dass die Stadt mit allen Weihnachtsmarktbeschickern im Gespräch sei. Die Stadtverwaltung warte dringend auf Weisungen vom Land Niedersachsen. Die Zeit dränge, denn schließlich habe so ein Markt ja auch eine Vorbereitungszeit.

Städte- und Gemeindebund hält nichts von voreiliger Absage

Am Wochenende schaltete sich der Städte- und Gemeindebund in die allgemeine Debatte über Weihnachtsmärkte ein. Wie auch schon Ministerpräsident Stephan Weil hielt sprach auch er sich gegen eine voreilige Absage von Weihnachtsmärkten wegen der Corona-Krise aus.

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Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg hat den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt, dass allerdings öffentliche Veranstaltungen wie etwa Weihnachtsmärkte bei rasant steigenden Infektionszahlen nicht möglich sein würden. „Andererseits haben wir in der Pandemie gelernt, dass flexible Reaktionen und eine Berücksichtigung der lokalen Situation der richtige Ansatz sind.“

Es werde auch im Winter hoffentlich Städte oder Regionen mit geringen Infektionszahlen geben, erklärte Landsberg. „Dann könnte man dort auch Weihnachtsmärkte mit den entsprechenden Schutzkonzepten stattfinden lassen.“ Daher solle nicht bereits jetzt eine generelle Absage erfolgen.

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Unterdessen hat sich auch der Landtagsabgeordnete Björn Försterling (FDP) aus Wolfenbüttel in die Debatte eingeschaltet. Er fordert von der Landesregierung klare Regelungen für Weihnachtsmärkte und Sicherheit für die Schausteller: „Für die Bürger geht es um das Vorweihnachtsgefühl, für die Schausteller und Händler aber um eine wichtige Einnahmequelle, für manche sogar um die Existenz“, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete.

Es sei notwendig, dass es eindeutige Aussagen seitens des Landes gebe, unter welchen Voraussetzungen trotz der Covid-19-Pandemie Märkte möglich sind.„Wir haben in Wolfenbüttel sicher einigen Spielraum, was die Verteilung von Ständen angeht. Den einzelnen Kommunen nun aber die Abwägung zu überlassen, ob und wie so eine Veranstaltung möglich ist, wäre nicht richtig“, findet Försterling.

Das Land könne den Kommunen mit klaren Regeln viel Arbeit abnehmen: Welche Fallzahlen würden einen Markt unmöglich machen? Soll Alkohol ausgeschenkt werden oder nicht? Welche Abstände zwischen den Ständen sind nötig? „Natürlich muss man vor Ort noch immer vieles selbst planen“, schränkt der Freidemokrat ein. „Aber alle Seiten müssen rechtzeitig vorbereitet sein, auch das Land. Schausteller und Kommunen brauchten Perspektiven für diesen Winter.“

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