Weltladen Wolfenbüttel: Mit gutem Gewissen einkaufen

Wolfenbüttel.  Der Besuch in dem kleinen Wolfenbütteler Weltladen gleicht einer Reise rund um den Globus. In dem Geschäft werden fair gehandelte Produkte verkauft.

Vorstandsmitglied Christiane Döring räumt im Weltladen in Wolfenbüttel die Regale ein.

Vorstandsmitglied Christiane Döring räumt im Weltladen in Wolfenbüttel die Regale ein.

Foto: Jörg Kleinert

Immer mehr Menschen legen Wert auf fair gehandelte Produkte. Darüber freuen sich die Betreiber der Weltläden. Auch die des im Jahr 2004 gegründeten und inzwischen 98 Mitglieder großen Vereins „Werkstatt Solidarische Welt“, der Träger des 2014 eröffneten Weltladens an der Okerstraße in Wolfenbüttel ist.

Der Besuch in dem kleinen Laden gleicht einer Reise rund um den Globus. Produkte aus Afrika, Asien, Lateinamerika und vereinzelt aus Europa stehen und hängen in den Regalen und liegen auf Tischen aus. Das Sortiment umfasst neben Lebensmitteln wie Kaffee, Tee, Kakao, und Honig auch Handwerkliches, Geschenkartikel, Körbe, Glaswaren, Tücher, Lederwaren und Schmuck.

Weltläden wie der Wolfenbütteler sind ein Fachhandel für faire Produkte, quasi ein Gemischtwarenladen mit fair produzierten und gehandelten Lebensmitteln und Accessoires. „Unsere Arbeit hat einen natürlichen Hintergrund“, sagt Christiane Döring, Vorstandsmitglied des Wolfenbütteler Trägervereins „Werkstatt Solidarische Welt“.

Es gehe um gerechten globalen Handel. Soll heißen: „Menschen, die irgendwo auf der Welt unsere Kleidung herstellen oder unseren Kaffee ernten, sollen einen Lohn erhalten, von dem sie leben können.“ Es gehe um gleichberechtigte Bezahlung der Geschlechter, um das Verhindern von Kinderarbeit, um die Förderung des Ökolandbaus und um die Verhinderung des Raubbaus an der Natur, verdeutlicht Christiane Döring.

Globale Waren zu fairen Preisen

So leistet der Verein laut des Vorstandsmitglieds seinen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, indem er bessere Handelsbedingungen für benachteiligte Produzenten und Arbeiter schafft. Die Hersteller der Waren – die Kontakte zu ihnen knüpfen vom Weltläden-Dachverband überprüfte und akkreditierte Händler – bekommen im fairen Handel des Non-Profit-Weltladens für ihre Produkte einen Preis, der über dem des Weltmarktes liegt. Die Waren werden dann mit einem geringen Aufschlag in den Weltläden verkauft. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Transparenz, betont Christiane Döring. Ein Beispiel: Die Waren in den Weltläden zeichnen sich durch ihre Rückverfolgbarkeit aus, da beispielsweise die Kakaoplantage aber auch die Vor-Ort-Produzenten auf einer Schokoladen-Packung angegeben sind.

Merklich gestiegen sei in den vergangenen Jahren das Bewusstsein vor allem junger Menschen für fair gehandelte Produkte, sagt die frühere Lehrerin. „Vielen ist inzwischen klar, dass manche Teile unseres Wohlstandes auf Kosten anderer gehen.“ Kooperationen helfen, das Bewusstsein zu schärfen. Enge Verbindungen des Wolfenbütteler Weltladens bestehen etwa zum Gymnasium im Schloss oder zu Kirchengemeinden. „Wir waren auch federführend daran beteiligt, dass Wolfenbüttel das Zertifikat als Fairtrade-Stadt erhalten hat“, erzählt Christiane Döring.

Die Vorstandsfrau sieht den Verein gut aufgestellt – sowohl personell als auch finanziell. „Wir sind ein tolles Team. Von der Buchhaltung über das Einräumen der Ware bis zum Verkauf geschieht alles ehrenamtlich.“ Der Verein arbeitet nicht gewinnorientiert, muss aber einen Überschuss erwirtschaften. Denn Miete für den 20 Quadratmeter kleinen Laden muss ja gezahlt werden. Corona hin, Corona her. „Aber wir haben so gut gewirtschaftet, dass wir keine Probleme haben, über ein dürres Jahr hinweg zu kommen.“

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