Besuche sind im Wolfenbütteler Klinikum wieder möglich

Wolfenbüttel.  Im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel sowie in Alten- und Pflegeheimen sind die Besuchsverbote aufgehoben.

Die Schranken beim Klinikum sind derzeit geöffnet, Besuchszeiten sind nun täglich von 16 bis 18 Uhr.

Die Schranken beim Klinikum sind derzeit geöffnet, Besuchszeiten sind nun täglich von 16 bis 18 Uhr.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Das Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen wie auch in Krankenhäusern ist aufgehoben. Diese Lockerung der Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus ist seit Mittwoch gültig. Damit ist ein weiterer vorsichtiger Schritt in Richtung Normalität getan. „Der erste Tag verlief recht harmonisch“, sagt Marian Hackert, Pressesprecher im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel.

Zu Beginn der Besuchszeit sei die Warteschlange vor dem Eingang recht lang gewesen. Jedoch hätten sich die Besucher an den erforderlichen Mindestabstand von 1,50 Metern gehalten.

In der Zeit von 16 bis 18 Uhr – das ist im Moment die tägliche Besuchszeit im Städtischen Klinikum – seien rund 100 Besucher gekommen. Hackert: „Unser Vordach ist zwar groß, dennoch sollten die Besucher mit Blick auf das Wochenende daran denken, einen Regenschirm mitzubringen.“

Mitunter, so der Pressesprecher weiter, könne die Wartezeit vor dem Klinikum bis zu 30 Minuten betragen. Der letzte Einlass erfolge dann um 17.45 Uhr. Wer einen Patienten besuchen möchte, muss vorher ein Formular ausfüllen, aus dem unter anderem Name, Anschrift, Telefonnumer und der Name des besuchten Patienten hervorgehen, um – falls nötig – Infektionsketten nachweisen und unterbrechen zu können. Ein entsprechender Vordruck kann von der Homepage des Klinikums heruntergeladen werden. „Das spart Zeit“, sagt Hackert.

Bestanden bisher Besuchs-Ausnahmen lediglich für Patienten im Palliativbereich, der Geburtshilfe und Kinder, so darf seit Mittwoch fast jeder Patient wieder besucht werden – einzige Ausnahme bilden die Patienten in den Covid-Isolierbereichen. „Jeder Patient darf maximal einen Besucher zur selben Zeit empfangen. Hinzu kommt, dass die Besucher mindestens 18 Jahre alt sein müssen, sprich, keine Kinder oder Jugendliche“, erklärt Axel Burghardt, Geschäftsführer des Klinikums.

„Wir freuen uns, dass unsere Patienten nun wieder Besuch empfangen dürfen. Kontakt und Zuneigung sowie zwischenmenschliche Interaktion tragen einen wichtigen Teil zur Genesung bei“, erklärt Prof. Dirk Hausmann, Ärztlicher Direktor des Städtischen Klinikums. Die Ausweitung der Besuchsmöglichkeiten stelle jedoch ein fragiles Konstrukt dar. Denn sobald ein aktives Infektionsgeschehen außerhalb der Isolierbereiche des Klinikums festgestellt werde, könne dies wieder zu einem generellen Besuchsverbot führen.

Auch in den Alten- und Pflegeheimen hat sich die Situation ein wenig entspannt. „Wir haben ein Hygienekonzept erarbeitet und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt“, sagt Ellen Arndt. Sie leitet das Wohn- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Kamp in Wolfenbüttel. Besuche seien nun im großen Speisesaal möglich. Dort könne sich jeweils ein Bewohner mit einem Besucher treffen.

In der Zeit des Lockdowns sei das alles anders gewesen, aber: „Der Speisesaal hat bodentiefe Fenster, so dass dort Blickkontakt zwischen den Bewohnern und ihren Angehörigen möglich gewesen sei. „Sie konnten sich wenigstens zuwinken“, erzählt die Leiterin der Einrichtung weiter. Das mag für manchen wenig, wenn nicht zu wenig gewesen sein.

Daher ist die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (Biva-Pflegeschutzbund) generell der Ansicht, dass in vielen Einrichtungen die alten Menschen unter der Isolierung immens seelisch und körperlich gelitten hätten. Falk Hensel, Verbandssekretär der Awo Braunschweig, gibt da jedoch ein ganz anderes Beispiel: „In unserer Wolfsburger Einrichtung haben uns die Senioren gesagt, dass sie gar nicht so viele Besucher haben wollten und sich vielmehr im Heim sicher fühlten.“ Doch auch Hensel räumt ein, dass vielen Bewohnern die persönliche Nähe zu ihren Angehörigen fehle: „Nach wie vor, denn nach den bestehenden Hygienevorschriften bleiben Berührungen ausgeschlossen.“

Während des Lockdowns habe die Leitung die Angehörigen auch angeschrieben, sie mögen doch bitte Briefe und Mails schicken. „Die haben wir dann vorgelesen. Das war sehr berührend“, erzählt Ellen Arndt weiter. Auch Skypen zwischen Bewohnern und Angehörigen sei ermöglicht worden. „Wir wachsen da in die Technik rein“, meint Ellen Arndt und lächelt.

Ein bisschen gedulden müssen sich noch die Bewohner der diakonischen Einrichtung Grotjahn-Stiftung in Schladen. Nachdem bei den vormals erkrankten Bewohnern und betroffenen Mitarbeitern das Coronavirus nicht mehr nachgewiesen worden war, läuft derzeit noch in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Wolfenbüttel eine 14-tägige Quarantäne. „Nach dem 2. Juni werden auch bei uns wieder Besuche möglich sein“, sagt Heiko Zalesinski vom Referat Pflege und Betreuung. „Darauf sind wir gut vorbereitet“, freut sich Mirko Bloemke“, Geschäftsführer der Einrichtung.

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