Wolfenbüttels Touristik-Chef: „Das neue Normal“

Wolfenbüttel.  Wolfenbüttels Tourismus-Chef Björn Reckewell spricht von einem verpassten Rekordjahr und über die Chance für die Zukunft.

Ein Blick vom Seeligerpark auf den Schlossturm. Das Schloss ist ein beliebtes Ziel bei Touristen.

Ein Blick vom Seeligerpark auf den Schlossturm. Das Schloss ist ein beliebtes Ziel bei Touristen.

Foto: Tobias Schneider

Es hätte ein erfolgreiches Jahr für den Tourismus in Wolfenbüttel werden können, wäre nicht das Coronavirus dazwischen gekommen. Davon geht Björn Reckewell, Abteilungsleiter für Tourismus und Einzelhandelsentwicklung bei der Stadt Wolfenbüttel, aus. Das Virus und die Maßnahmen zu dessen Eindämmung machte den Touristikern einen Strich durch die Rechnung.

„Vielleicht war das sogar eine Art von Vorsehung, die uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Zumindest ist das alles sehr betrüblich“, sagt Reckewell gegenüber unserer Zeitung. Er spricht sogar davon, dass es sogar ein Rekordjahr hätte werden können. Im März und April herrschte grandioses Wetter, beste Voraussetzungen für Tagestouristen, die einen Großteil der Besucher in der Stadt und in der Umgebung ausmachen. Es kam jedoch anders. „Die zwei Monaten haben viel Kraft gekostet. Deswegen ist es jetzt umso besser, dass es langsam wieder los geht“, so Reckewell.

Hotels öffnen ab 25. Mai wieder

Seit dem 6. Mai dürfen Dauercamper und Eigentümer eines Ferienhauses wieder in ihre Domizile zurückkehren. Seit dem 11. Mai können auch wieder Ferienwohnungen und Ferienhäuser vermietet werden. Nach derzeitigem Planungsstand der Niedersächsischen Landesregierung dürfen Hotels und Pensionen ab dem 25. Mai wieder öffnen. So sieht es zumindest der Stufenplan vor. „Ich finde diesen Stufenplan sehr gut. Er hat viel zur Stimmungsaufhellung beigetragen“, sagt Björn Reckewell.

Die Stadt sei für den Tourismus-Neustart sehr gut vorbereitet, sagt der Tourismus-Chef. Die Tourist-Info am Löwentor ist seit Montag geöffnet, ebenso das Schloss-Museum und das Lessinghaus. Auch die ersten Anfragen von potenziellen Besuchern seien bei der Tourist-Info eingegangen. „Menschen aus dem näheren Umkreis haben gefragt, was bereits geöffnet ist und was sie jetzt besuchen können. Jedoch ist alles noch sehr verhalten. Wäre das unser Ergebnis in einer normalen Woche ohne Corona, wäre das sehr schlecht. Aber jetzt muss alles erst Schritt für Schritt anlaufen. Dann wird es auch wieder nach vorne gehen“, sagt Reckewell.

Verlängertes Wochenende in Wolfenbüttel

Auch die ersten Übernachtungen seien bereits gebucht worden. „Vor allem für den Herbst kommen Anfragen rein. Wir sind da aber in enger Kommunikation mit den Hotels“, so Reckewell. In dieser Woche wollte sich die städtische Tourismusabteilung mit den Hoteliers zusammensetzen und über Perspektiven sprechen. Das Ergebnis aus diesem Gespräch steht noch aus.

Eine Perspektive jedoch kann Reckewell vorab schon nennen: „Wolfenbüttel ist keine klassische Urlaubsregion. Eher ein Ziel für kleine Fluchten vom Alltag oder für ein verlängertes Wochenende. Das könnte in naher Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Urlauber, die sich noch nicht trauen zur See oder in die Berge zu fahren, können hier unbeschwert Urlaub machen. Gerade für Menschen aus der Region ist das interessant. Hier können sie die Kontrolle behalten und wären auch wieder schnell zuhause.“

Laut Reckewell sei das gerade eine verrückte Zeit, an die man sich noch gewöhnen müsse. „Es ist quasi das neue Normal“, so der Wolfenbütteler Tourismus-Chef abschließend.

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