Wolfenbüttel richtet Telefon-Sprechstunde für Familien ein

Wolfenbüttel.  Die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Wolfenbüttel möchte Familien mit der Situation rund um das Coronavirus unterstützen.

Der Landkreis Wolfenbüttel richtet eine Telefon-Sprechstunde für Familien ein.

Der Landkreis Wolfenbüttel richtet eine Telefon-Sprechstunde für Familien ein.

Foto: Tobias Schneider

Der Landkreis Wolfenbüttel richtet zum kommenden Mittwoch eine telefonische Sprechstunde für Familien ein. Damit sollen Familien im Umgang mit der außergewöhnlichen Situation rund um das Coronavirus unterstützt werden, schreibt der Landkreis. Zudem gebe es Informationsangebote, die für Kinder geeignet seien.

Unter dem Motto „Corona – nicht nur eine medizinische Herausforderung für Familien“ können der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Fragen bezüglich des Umgangs mit Kindern zum Thema Coronavirus angesprochen werden. Außerdem könnten sich Menschen während der Sprechstunde Rat holen, wenn es aufgrund der aktuellen Situation zu Spannungen in der Familie kommen sollte.

Die telefonische Sprechstunde der Beratungsstelle ist unter der Hotline (05331) 84194 montags bis freitags zwischen 10:30 und 12:30 Uhr erreichbar.

Kinder verarbeiten Situation unterschiedlich

Durch geschlossene Schulen und Kindertagesstätten würden Kinder die unmittelbaren Veränderungen des Alltags mitbekommen, teilt der Landkreis mit. In unterschiedlicher Art und Weise seien viele von ihnen durch Eltern, Schule oder in der Kita bereits informiert worden, und schnappten sie auch viele Informationen aus Erwachsenen-Gesprächen auf oder aus dem Fernsehen oder sozialen Medien. Das wirke sich laut dem Landkreis ganz unterschiedlich auf die Kinder aus – und jedes Kind würde dies anders verarbeiten.

„Vielleicht erleben sie es als ungerecht, Aufgaben aus der Schule über den Schulserver zu erhalten, während der kleine Bruder, der zur Grundschule geht ‘einfach frei’ hat. Manche sind eher verunsichert und anhänglich oder ihnen ist langweilig. Einige machen sich auch ganz konkret Sorgen um Oma und Opa, weil sie schon etwas erfahren haben über Ansteckung und Menschen mit besonderen Risiken. Andere finden es einfach nur blöd, dass der Osterurlaub ausfällt und sie sich nicht wie gewohnt verabreden dürfen oder bekommen mit, dass die Eltern gestresst sind, weil es schwer ist die Betreuung zu regeln“, erklärt der Psychologische Psychotherapeut Jörg Hermann, der die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Landkreis Wolfenbüttel leitet.

Kinder kommen oft gut damit klar

Kinder würden auch die Stimmung und Unsicherheiten ihrer Eltern und Bezugspersonen wahrnehmen. „Doch wenn insgesamt die Anspannung hoch ist, weil auch die Erwachsenen gestresst sind, liegen auf allen Seiten schnell die Nerven blank. Erwachsene fragen sich gerade: Ist mein Job sicher? Wie komme ich nächsten Monat über die Runden? Wie geht es jetzt weiter mit dieser Krise? Diese Sorgen bekommen auch Kinder mit, können diese aber nicht immer einordnen. Kinder kommen aber in aller Regel besser mit belastenden Ereignissen klar, wenn man sie ihnen in altersangemessener Weise genauso erklärt, wie sie wirklich sind.“, sagt Hermann.

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