Landkreis Wolfenbüttel will Chancen armer Kinder verbessern

Wolfenbüttel.  Alle Kinder sollen im Kreis Wolfenbüttel unabhängig von ihrer Herkunft gefördert werden. Ein landesweites Programm soll dabei helfen.

Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben. Daran arbeitet der Landkreis und nimmt an einem Landesprojekt teil. Unser Archivbild zeigt Kinder der  Kindertagesstätte Im Winkel in Schladen.

Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben. Daran arbeitet der Landkreis und nimmt an einem Landesprojekt teil. Unser Archivbild zeigt Kinder der Kindertagesstätte Im Winkel in Schladen.

Foto: Archiv

Ein Stück mehr Chancengleichheit für Kinder will der Landkreis Wolfenbüttel schaffen. Er bewirbt sich für die Teilnahme am Projekt Präventionsketten Niedersachsen: gesund aufwachsen für alle Kinder.

Und darum soll es gehen. Das Programm soll dazu beitragen, allen Kindern im Landkreis unabhängig von ihrer sozialen Herkunft eine umfassende Förderung zu ermöglichen. Es geht um Hilfen von der Geburt an bis zur Berufsausbildung. Abgedeckt werden sollen die Stationen Kinderkrippe, Kita, Grundschule und weiterführende Schulen. Besonders wichtig: Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Stationen sollen beachtet werden. „Lücken im Unterstützungssystem sollen identifiziert und passende Maßnahmen zur Gesundheitsförderung entwickelt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. Um das Projekt umzusetzen will der Landkreis befristet eine halbe Stelle im Gesundheitsamt einrichten.

„Armut und Gesundheitsprobleme seien häufig miteinander verbunden“, sagte Elke Großer (CDU), als sie das Programm im Kreistag vorstellte: „Das Ziel ist, dass Kinder und Familien problemlos Zugang zu unterstützenden Maßnahmen bekommen.“

Offenbar ist das derzeit nicht überall in gleichem Maß gegeben, macht die Begründung der Beschlussvorlage deutlich. Es geht um soziale und geografische Unterschiede. An verschiedenen Orten sei die Arbeitslosigkeit unterschiedlich groß. Und „diese Unterschiede beeinflussen die Lebenslagen und Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen“, heißt es weiter. Deutlich werde der Zusammenhang von Armut und geringerer Gesundheit auch in den Schuleingangsuntersuchungen. Mancherorts wiesen Schulkinder vermehrt Gesundheits- und Essstörungen auf.

Dort gelte es anzusetzen. Frühe Hilfen, Jugendhilfeplanung und Schuleingangsuntersuchungen sollten genutzt werden, um Gesundheitsprobleme festzustellen und Vorsorgeangebote auszubauen und weiter zu entwickeln. „Kinder und Familien sollen problemlos Zugang zu unterstützenden Hilfen bekommen“, machte Elke Großer im Kreistag deutlich.

Vorgesehen, ist dass die Landkreisverwaltung nun befristet bis 2022 eine halbe Stelle für das Projekt einrichtet. Der künftige Mitarbeiter soll sich um Koordination und Netzwerkarbeit kümmern, Veranstaltungen organisieren und andere Fachkräfte beraten. 30.000 Euro Personalkosten pro Jahr sind dafür veranschlagt. Das Vorhaben wird im Rahmen des Landesprogramms gefördert.

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