„Ein bisschen wie Kirche – nur ohne Kirche“

Landkreis  Freie Trauungen wie in Amerika sind auch in Wolfenbüttel möglich.

Julia Mahnkopf bietet freie Trauungen an.

Foto: regios24/Frank Schildener

Julia Mahnkopf bietet freie Trauungen an.

Wer schon immer in einem Märchenwald, auf einem Schloss oder beim Sonnenuntergang am Strand heiraten wollte, wählt eine freie Trauung. „Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt“, weiß die Wolfenbüttelerin Julia Mahnkopf.

Die Wolfenbüttelerin bietet freie Trauzeremonien an. „Das ist ein wenig wie in Amerika“, erzählt sie. Die Zeremonie könne, berichtet sie weiter, völlig frei nach den Wünschen der Paare gestaltet werden. „Das schafft Freiräume, die es auf dem Standesamt oder in der Kirche nicht gibt, ersetzt aber natürlich keine standesamtliche Trauung“, sagt sie. Bevor sie vor zwei Jahren in Elternzeit ging und die erste freie Trauung abhielt, war sie 13 Jahre Standesbeamtin beim Standesamt Wolfenbüttel. „Ich habe als Standesbeamtin vor meiner Elternzeit 2200 Ehen geschlossen“, berichtet Julia Mahnkopf. Das habe ihr so viel Spaß gemacht, dass die Idee entstand, während der Elternzeit freie Trauungen anzubieten.

„Eine freie Trauung ist ein bisschen wie Kirche – nur ohne Kirche“, lacht sie. „In der Kirche oder im Standesamt gibt es immer einen begrenzten Rahmen. Bei einer freien Trauung können Paare ihrer Fantasie im Grunde freien Lauf lassen“, erklärt sie. Dafür lerne sie die Paare vorher kennen. „Das ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Wo hat sich das Paar kennengelernt, was bewegt es persönlich“, erzählt sie. Man treffe sich mindestens zweimal, dazu gebe es Treffen mit den Trauzeugen, mit den Eltern, um eine auf die Verliebten passende Zeremonie zu entwickeln.

„Paare, die zur Hochzeit nicht feiern konnten und das später nachholen möchten, können das mit einem Auffrischen des Eheversprechens verbinden“, führt sie aus. Auch das sei freie Trauung. Die Orte, an denen sich dieses Versprechen geben lässt, sind beliebig. Oft würde das gleich mit der Feier verbunden, erklärt Mahnkopf. Besondere Momente gibt es bei einer freien Trauung immer. „Gäste kommen schon mal und fragen, ob ich zur Familie gehöre. Dann habe ich alles richtig gemacht“, sagt sie.

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