Jugendliche fallen aus dem Rahmen

Wolfenbüttel  In der Freiwilligenagentur Jugend, Soziales, Sport gibt es jetzt eine neue Mediengruppe.

Besnik Salihi (vorn) betreut das Projekt „Aus dem Rahmen“. Gemeinsam hat er mit den Jugendlichen die Interviews mit den Politikern vom Tag der offenen Tür geschnitten. Der Beitrag ist jetzt online.

Besnik Salihi (vorn) betreut das Projekt „Aus dem Rahmen“. Gemeinsam hat er mit den Jugendlichen die Interviews mit den Politikern vom Tag der offenen Tür geschnitten. Der Beitrag ist jetzt online.

Foto: Stephanie Memmert

„Aus dem Rahmen“ heißt ein neues Projekt der Freiwilligenagentur Jugend, Soziales, Sport. Es setzt sich zusammen aus einer Breakdance-Gruppe und einer Mediengruppe. Beiden Gruppen gehören junge Menschen an, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind. Besnik Salihi betreut das neue Projekt.

Bereits 2016 war die Break-Unit aus dem Programm „Demokratie leben“ hervorgegangen. Die Jugendlichen, die dieser Gruppe angehören, organisieren sich selbst. Sie treten auf Bühnen auf, überlegen sich ihre Kleidung und arbeiten komplett im Team.

Aus dieser Gruppe heraus wiederum bildete sich eine Mediengruppe, die sich den Namen „Wann geht’s ab“ gegeben hat. Ihr gehören vier junge Männer an: Khaledin, Mahmoud und Ali aus Afghanistan sowie Kreshnik aus dem Kosovo, der die Gruppe unterstützt.

Erst vor kurzem war die Freiwilligenagentur aus der Kleinen Kirchstraße, wo es in ihrem Haus gebrannt hatte, in neue Räume an der Reichsstraße umgezogen. Zur Eröffnung der neuen Räume hatte das Team um Astrid Hunke zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Zu den Gästen zählten auch viele Politiker. Und so wurde der Tag der offenen Tür zu einer Aufgabe für die Mediengruppe.

„Die Teilnehmer der Gruppe haben den Politikern Fragen gestellt, die mit ihnen selbst zu tun hatten“, erzählt Besnik Salihi. Wie finden Sie die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin? Was muss man tun, um sich in Deutschland zu integrieren? Aber auch ganz persönlich Fragen: Welche Fußballmannschaft mögen Sie am liebsten?

Die Mediengruppe dachte sich die Fragen aus, führte die Interviews selbst und schnitt das Video zusammen. So etwas funktioniert nur, wenn alle eine Sprache sprechen: deutsch. Somit ist die Mediengruppe Training für die Flüchtlinge auf verschiedenen Ebenen – auf der sprachlichen Ebene ebenso wie auf der demokratischen Ebene.

Denn das ist das Ziel: Die Jugendlichen sollen zusammengebracht werden. Und zwar nicht nur die Flüchtlinge unter sich, sondern die Flüchtlinge mit jenen Ausländern, die schon länger hier sind ebenso wie mit einheimischen Jugendlichen.

Besnik Salihi beschreibt die Situation auf der Straße so: „Migranten, die schon länger hier sind, mussten sich erst finden. Als sie sich gefunden hatten, kamen die neuen Flüchtlinge hinzu. Sie störten praktisch den Prozess der Selbstfindung. Man reibt sich aneinander. Daher soll das Projekt die Jugendlichen dieser drei Zielgruppen zueinander führen.“

Das Video, das beim Tag der offenen Tür in der Freiwilligenagentur entstanden ist, soll am Montag online gestellt werden. Dann ist es bei You Tube und auf der Internetseite der Freiwilligenagentur zu sehen.

Das Projekt „Aus dem Rahmen“ wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Es heißt so, weil die Jugendlichen „aus dem Rahmen“ fallen sollen, indem sie etwas Neues ausprobieren. Angefertigt haben sie auch Fotokollagen: Zum Beispiel ein Breakdancer, der vor dem Schloss aus einem Rahmen springt.

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