Stadt verschafft sich einen Überblick über Leerstände im Zentrum

Wolfenbüttel  Die Stadt Wolfenbüttel aktualisiert ihr Leerstandskataster. Neue Zahlen sollen helfen, Interessenten passende Objekte anzubieten.

Ein Ladengeschäft an der Breiten Herzogstraße in Wolfenbüttel steht leer. Es wird umgebaut.

Ein Ladengeschäft an der Breiten Herzogstraße in Wolfenbüttel steht leer. Es wird umgebaut.

Foto: Kai-Uwe Ruf

Klagen über Leerstände in der Innenstadt gibt es bei Wolfenbütteler Kaufleuten und Bürgern. Die genaue Situation wird derzeit von der Stadt ermittelt. Sie aktualisiert ihr Leerstandskataster. Die Ergebnisse will sie im August präsentieren.

Bei der ersten Erhebung vor etwa eineinhalb Jahren wurden 746 Häuser in der Innenstadt erfasst. 11 Prozent der Flächen im Erdgeschoss standen damals leer, 10,6 Prozent der Flächen im ersten und 13, 6 Prozent der Flächen im zweiten Obergeschoss.

„Ein Kataster ist sinnvoll. Es ist wichtig, die Daten schnell zu erfassen“, sagt Harald Borm, Geschäftsführer des Bekleidungshauses Erdbrink und Vehmeyer und Kreisvorstand des Einzelhandelsverbands Harz/Heide. In der Stadt gebe es Veränderungen und einige Neuansiedlungen, beispielsweise eine Gastronomie an der Okerstraße und einen Bürgerladen. „Wenn man ein Kataster hat, kann der Wirtschaftsförderer Interessenten auch passende Objekte anbieten. Generell gebe es in er Stadt zu wenig Geschäfte, betont Borm. „Untersuchungen zeigen, dass rund 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Innenstadt fehlen.“ Für die Entwicklung der Innenstadt sei es wichtig, das die Baustellen schnell beendet werden. Außerdem müssten Parkplätze geschaffen werden. Außerdem sei es wichtig, dass die Baustellen bald beendet werden.

Auch Andre Volke, Betreiber des Geschäfts Eleven-Sports und Mitglied im Vorstand der Initiative Wirtschaft Wolfenbüttel (IWW), hält viel vom Kataster: „Das sind einfach Fakten, die auf dem Tisch liegen. Damit kann man die Situation einschätzen und auch mit anderen Städten vergleichen. Sonst hat man nur das Bauchgefühl und die Meckereien.“

Beim Thema Leerstände geht es allerdings nicht nur um Geschäfte und Verkaufsflächen. In den Innenstadthäusern stehen auch Räume im ersten und zweiten Stock leer. Dort könnten Wohnungen geschaffen werden.

Wohnraum für Studenten in der Innenstadt hat vor ein paar Jahren die Braunschweiger Firma WAG geschaffen. Neun Wohnungen seien an der Ecke Breite Herzogstraße/Lange Herzogstraße und an der Breiten Herzogstraße entstanden, sagt Geschäftsführer Kersten Steinberg: „Das kommt sehr gut an. Wir haben keine Leerstände“, berichtet er. Seine Firma habe auch überlegt, noch mehr Wohnungen für Studenten in der Innenstadt zu schaffen. Derzeit warte man aber ab. „Ich bin da vorsichtig, weil ich nicht weiß, wie sich der Markt verändert“, sagt Steinberg. Es gebe auch Pläne der Stadt für weiteren studentischen Wohnraum außerhalb der Innenstadt.

Ein Leerstandskataster hält der Kaufmann für eine gute Sache. „ Es kommt natürlich darauf an, wie man die Daten nutzt. Aber ein Vorteil ist auf alle Fälle, dass man mit den Hauseigentümern ins Gespräch kommt, wenn man die Daten erhebt. Dabei kann man den Blick schon auf mögliche Investitionen lenken.“

Auch die Stadt ist aktiv. Um das Wohnen in der Innenstadt zu fördern, hat sie ein eigenes Programm aufgelegt. „Wir haben Anfragen von Hauseigentümern, die umbauen wollen, um studentischen Wohnraum zu schaffen“, sagt Stadtsprecher Thorsten Raedlein. Bislang habe die Verwaltung aber keine Zusagen machen können, weil der Haushalt für das Jahr 2017 noch nicht genehmigt sei. „Wir haben ihn im März verabschiedet. Derzeit liegt er noch beim Landkreis“, sagt Raedlein.

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