Politiker stritten über Berufsfachschule Altenpflege

Wolfenbüttel  An der Carl-Gotthard-Langhans-Schule (CGLS) werden vorerst keine Altenpfleger ausgebildet.

Fachlehrerin Roswitha Dankwardt zeigt Schülern, wie ein Patient aus einem Bett in einen Rollstuhl gehoben wird.

Fachlehrerin Roswitha Dankwardt zeigt Schülern, wie ein Patient aus einem Bett in einen Rollstuhl gehoben wird.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Eine große Kreistagsmehrheit lehnte auch den überarbeiteten Antrag der Gruppe Die Linke/Piratenpartei ab. Nach der Sitzung zeigte sich CGLS-Leiter Peter Walte tief enttäuscht. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er: „Wir haben dem Kreistag eine differenzierte Planung vorgelegt und den Bedarf nachgewiesen.“

Walte kann die Entscheidung der Politiker nicht nachvollziehen. Laut Arbeitsagentur fehlten bundesweit Fachkräfte in der Altenpflege. Die Berufsaussichten für junge Leute seien gut.

Die CGLS wolle in jedem Fall weiter kämpfen. Im Spätsommer trete der Schulvorstand zusammen. Walte kündigte an: „Wir werden einen neuen Anlauf zum Schuljahr 2014/2015 unternehmen.“ Dabei werde am Ziel festgehalten, eine Berufsfachschule Altenpflege einzurichten. In den vergangenen Wochen hatten sich auch Schüler dafür stark gemacht (wir berichteten).

Im Kreistag betonte Gruppen-Vorsitzender Victor Perli (Die Linke), dass die Kommune gesetzlich verpflichtet sei, dem Anliegen ihrer Berufsschule zu entsprechen. „Wolfenbüttel ist der einzige Landkreis in ganz Niedersachsen, der keine staatliche Altenpflegeschule hat.“ Die ablehnende Haltung komme einem Verbot gleich: „So sollten wir als Schulträger nicht mit unserer Schule umgehen.“

Als Kompromiss regte Perli an, den ursprünglich geplanten Start der Schule vom nächsten auf das übernächste Schuljahr zu verschieben. Er meinte: „Die Anzahl der zunächst einzurichtenden Klassen soll sich aus den Ergebnissen der vom Kreisausschuss einberufenen Arbeitsgruppe zur Altenpflegeausbildung ergeben.“

Sabine Resch-Hoppstock (SPD) verwahrte sich gegen Perlis Verbots-Vorwurf. Dieser sei eine „unverschämte Unterstellung“, sie selbst „kurz vorm Platzen“. Die Sozialdemokratin erklärte: „Wir stehen in vollem Umfang zur Carl-Gotthard-Langhans-Schule.“ Einen Fachkräftemangel im Altenpflegebereich gebe es allerdings nicht nur in Wolfenbüttel, sondern bundesweit. „Uns geht es um den praktischen Ausbildungsteil.“

Perli entgegnete: „Ihre Aufregung ist künstlich. Sie lehnen doch das Begehren der Schule ab, nicht nur unseres.“

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