Saubermachen mit Bagger und Bakterien

Die beiden Teiche im Ahlumer Amtsgarten sollen entschlammt werden – Uferböschung wird flacher, einige Bäume sollen weg

Ralf Mühlenkamp zeigt die mit Sonnenenergie beriebene Belüftungsanlage im großen Teich des Ahlumer Amtsgartens. Der Ortsbürgermeister setzt sich bereits seit fünf Jahren für eine Entschlammung ein.   

Ralf Mühlenkamp zeigt die mit Sonnenenergie beriebene Belüftungsanlage im großen Teich des Ahlumer Amtsgartens. Der Ortsbürgermeister setzt sich bereits seit fünf Jahren für eine Entschlammung ein.   

Foto: Ruf

AHLUM. Ralf Mühlenkamp freut sich wieder, wenn er durch den Ahlumer Amtsgarten geht. "Das sind schon richtige Kavenzmänner", sagt er und zeigt auf die Karpfen, die sich im kleinen Teich tummeln.

Und auch das Entenflott, das auf der Oberfläche des großen Teiches treibt, bereitet dem Ortsbürgermeister keine Sorgen mehr. Dem Ahlumer Park steht ein Groß-Reinemachen bevor. Die Teiche sollen entschlammt werden, die Böschungen angelegt und die Wege umgestaltet. Wenn es nach dem Willen des Tiefbauamts der Stadt geht, soll es noch in diesem Herbst losgehen.

Gespräche über

einen Zeitplan

Noch diese Woche will sich Mühlenkamp mit Manfred Dicks, Landschaftsarchitekt im Tiefbauamt, treffen, um über einen Zeitplan zu sprechen. Einigkeit herrscht inzwischen darüber, was im Amtsgarten geschehen soll.

"Der kleine Teich soll ausgebaggert werden", sagt Mühlenkamp. Der Ortsbürgermeister zeigt auf Schlamm, Zweige und Äste, die auf dem Boden des Teiches liegen.

Immerhin ist das Wasser nun klar. Dafür sollen Bakterien gesorgt haben, die einen Teil des Schlammes gefressen haben – eine biologische Reinigung, die in Ahlum sehr umstritten war. "Zwei Jahre ging das", sagt Mühlenkamp. Den Kritikern habe es zu lang gedauert.

Trotzdem ist die Wasserqualität sichtlich besser geworden. Ob es an den Bakterien liegt oder der Landwirtschaft auf den Äckern rund im Ahlum, ist allerdings nicht gesichert: "Möglicherweise haben die Bauern einfach etwas anders angepflanzt und anders gedüngt", meint Landschaftsarchitekt Dicks.

Trotzdem wollen die Ahlumer den Bakterien im Amtsgarten weiter eine Chance geben. Ein weiteres Jahr lang sollen sie den großen Teich reinigen. Er wird augenblicklich mit Hilfe einer Pumpe belüftet. Die Wasserqualität ist dennoch nicht gut. Entenflott bedeckt die Oberfläche – laut Dicks ein Zeichen dafür, dass zu viele Nährstoffe im Wasser sind.

Brennesseln und Gebüsche

sollen weg

Dem soll mit den Umbauarbeiten ein Ende gesetzt werden. Dicks will das Ufer neu gestalten. Brennnesseln und Büsche sollen weg, die Böschung soll flacher werden. Auch einige Bäume werden weichen müssen.

Zum Beispiel sollen die beiden Erlen auf der kleinen Insel im Teich gefällt werden. "Sie sind schon fast tot", sagt Dicks. Auch zwei stark geschädigte Eschen am Teichrand sollen fallen, ebenso wie die Kastanie, die an der alten Mauer zwischen den Teichen steht. Sie werde ohnehin nur noch von der morschen Mauer gestützt.

Den Teich soll all das entlasten. Wenn weniger Kastanien, Äste, Zweige und Blätter in das Wasser fallen, muss es nicht mehr mit so vielen Nährstoffen fertig werden. Das Wasser soll nicht mehr so sehr verschlammen.

Damit aber nicht genug. Das Tiefbauamt will sich auch gleich noch die Wege im Amtsgarten vornehmen. "Wir wollen den Verlauf verändern und den Pfaden anpassen, die in dem Park im Laufe der Zeit entstanden sind", sagt Dicks.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder