Berlin. Abrupt stoppt der Bund am Sonntag den Bonus für Elektrofahrzeuge – und erntet viel Kritik. Verbraucherschützer haben eine andere Idee.

Nach dem plötzlichen Aus der Kaufprämie für fordern Verbraucherschützer ein Entgegenkommen der Autoindustrie für Kunden, die ihr Fahrzeug bereits bestellt hatten. Das abrupte Ende der Förderung sei problematisch, sagte die Leiterin Team Mobilität und Reisen des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Marion Jungbluth, am Montag unserer Redaktion. „Die Hersteller sollten den Kund:innen finanziell entgegenkommen, die im guten Glauben ein E-Auto bestellt haben“, erklärte sie.

Jungbluth wies darauf hin, dass die Bundesregierung erst im Sommer die Bedingungen für die Förderung ab 2024 geändert hatte. Im kommenden Jahr sollte die Höhe des gezahlten Bonus sinken. Daraufhin hätten Tausende Kunden einen Neuwagen mit Elektromotor bestellt und den Zuschuss eingeplant. „Sie fragen sich zu Recht, wo die Klarheit und Verlässlichkeit der Bundesregierung bleibt. Sie muss ihre Politik so gestalten, dass die Menschen ihren Umstieg auf klimaverträgliche Mobilität planen können“, sagte die Verbraucherschützerin weiter.

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Als erster Automobilhersteller hatte am Montag der Autokonzern Stellantis angekündigt, kurzfristig den gesamten Umweltbonus für seine Privatkunden zu übernehmen. Der Multi-Marken-Hersteller (unter anderem Peugeot, Opel, Fiat, Jeep) garantiere bis zum Jahresende die volle Prämie (bis zu 6750 Euro inklusive Herstelleranteil) für Elektrofahrzeuge, die nach den bisherigen Richtlinien förderungsfähig waren. Das gab das Unternehmen am Montag in Rüsselsheim bekannt.

E-Auto-Bonus: Erster Autohersteller will Prämie trotzdem zahlen

Zusätzlich will Stellantis für bereits bestellte E-Fahrzeuge, die von ihren Besitzern bis zum 29. Februar 2024 zugelassen werden, die ursprünglich geplante, gesenkte Prämie von bis zu 4500 Euro übernehmen. Der Umweltbonus werde in der jeweiligen Höhe als zusätzlicher Nachlass gewährt.

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Die Kürzung beim sogenannten Umweltbonus war nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nötig geworden. Umstritten ist der kurzfristig bereits zum Ablauf des vergangenen Sonntags eingeführte Stopp auch koalitionsintern: Drei stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende hatten erklärt, der am Samstag vom Wirtschaftsministerium kurzfristig verkündete Förderstopp sei „äußerst unglücklich“.