Maklerprovision muss nun geteilt werden – das gilt in der Region

Braunschweig.  Bisher musste oft der Immobilienkäufer die Provision zahlen. Das ändert ein neues Gesetz.

Ein Wohnhaus steht zum Verkauf. Vielerorts musste bisher der Käufer die Maklerprovision alleine bezahlen.

Ein Wohnhaus steht zum Verkauf. Vielerorts musste bisher der Käufer die Maklerprovision alleine bezahlen.

Foto: Bernd Settnik / dpa (Archiv)

Entlastung für private Käufer von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen: Sie sollen künftig nur noch die Hälfte der Maklerprovision gemessen am Kaufpreis zahlen müssen. Das regelt das vom Bundestag verabschiedete „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“, dem nun auch der Bundesrat zugestimmt hat. Dirk Teckentrup, Braunschweiger Makler und Regionalvorstand des Immobilienverbands Deutschland, erwartet, dass das neue Gesetz zum Jahreswechsel in Kraft tritt. „Wir begrüßen es ausdrücklich“, sagte er unserer Zeitung.

In unserer Region ist die Nachfrage oft größer als das Angebot

Nach Angaben Teckentrups musste die Maklerprovision für die Vermittlung einer Immobilie bisher auch in unserer Region meist vom Käufer bezahlt werden. Das gelte insbesondere für Braunschweig, Wolfsburg, Gifhorn, Wolfenbüttel und Salzgitter-Bad, wo die Nachfrage das Angebot übersteige. Wenn dann noch die 5 Prozent Grunderwerbssteuer sowie die Notarkosten hinzugerechnet würden, kämen auf den Käufer Zusatzkosten von
14 Prozent oder mehr gemessen am Kaufpreis zu. Lediglich in abgelegenen Regionen, wo es schwerer sei, eine Immobilie zu verkaufen, sei die Maklerprovision zwischen Verkäufer und Käufer aufgeteilt worden. Zum Teil habe der Verkäufer dort sogar die gesamte Provision übernommen.

Durch das neue Gesetz gibt es für die Käufer nun zumindest bei der Maklerprovision Entlastung. Das sieht vor, dass sich Käufer und Verkäufer die Kosten immer teilen. „Ich praktiziere das schon seit 25 Jahren, die Verkäufer sind meiner Argumentation gefolgt“, sagt Teckentrup. Schließlich würde die Hauptarbeit eines Maklers zu Beginn für den Verkäufer erledigt: Information, Beratung, Exposé. „Es ist doch widersinnig, wenn diese Dienstleistung nicht bezahlt werden soll“, sagt er. Außerdem hebe die neue Regelung Wettbewerbsverzerrungen auf. Denn durch die Annahme, dass der Käufer ohnehin die Provision übernimmt, hätten einige Makler Verkäufern vermittelt, kostenlos für sie tätig zu sein.

Nach Angaben Teckentrups wurde deutschlandweit bisher uneinheitlich damit umgegangen, wer die Maklerprovision zahlen muss. In Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen habe es bereits eine 50:50-Regelung gegeben, in Hannover, Hamburg und Berlin habe dagegen der Käufer allein die Provision zahlen müssen. Die werde nicht staatlich reguliert, sondern sei im Prinzip frei verhandelbar. Allerdings habe sich eine Nettoprovision von 6 Prozent allgemein eingependelt. Hinzugerechnet werden muss noch die Mehrwertsteuer, sodass sie bei 7,14 Prozent liegt. Teckentrup: „Die Höhe der Provision ist das Ergebnis einer Mischkalkulation zwischen hoch attraktiven und weniger attraktiven Lagen.“

Der Braunschweiger Makler hätte sich parallel zum neuen Provisionsgesetz eine Reform der Grunderwerbssteuer gewünscht. Zwar erleichtere der Niedrigzins grundsätzlich den Erwerb einer Immobilie, vielerorts seien die Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen aber stark gestiegen. Das halte viele Menschen von einem Kauf ab. „Deshalb sollten zum Beispiel Familien mit Kindern entlastet werden, indem die Grunderwerbssteuer für sie um 50 Prozent reduziert wird“, sagt er.

„Die Nachfrage nach Immobilien ist ungebrochen“

Trotz der Corona-Krise sei die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen in unserer Region ungebrochen. „Auch von den Notaren ist zu hören, dass sie nichts von einem Rückgang spüren“, sagt Teckentrup. Ein eigenes Häuschen, das steht offenbar für viele Menschen weiterhin ganz oben auf der Wunschliste.

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