Berlin. Die Zecken sind wegen des milden Winters bereits jetzt aktiv. Wie sich Verbraucher vor Zeckenbissen und Krankheiten schützen können.

Normalerweise haben Zecken von April bis Oktober Hochsaison. Doch aufgrund des Klimawandels ist auf diese Richtwerte kein Verlass mehr. Die warmen Temperaturen sorgen dafür, dass Zecken in vielen Regionen Deutschlands inzwischen fast das ganze Jahr über aktiv sind.

Mehr dazu: Wo sich Zecken in Deutschland festsaugen

Wann sind Zecken am aktivsten?

Ab einer Außentemperatur von fünf Grad Celsius kommt Bewegung in die Welt der Parasiten. Denn nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) werden Zecken bereits bei diesen Temperaturen aktiv. Vor allem in Städten seien Zecken im Winter häufiger anzutreffen, da es dort im Schnitt noch wärmer sei als auf dem Land.

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Bestimmte Zeckenarten können sogar noch niedrigere Temperaturen vertragen: Die Auwaldzecke kann nach Angaben des RKI sogar Temperaturen von null Grad Celsius und darunter überleben, sofern der Boden nicht mit einer dicken Schneeschicht bedeckt ist.

Zecken übertragen bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger

Für den Menschen kann die früh einsetzende Zeckensaison schnell gefährlich werden, denn die Blutsauger können mit ihrem Stich bis zu 50 Krankheitserreger übertragen. Hierzulande sind vor allem die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verbreitet.

Die Borreliose kann unterschiedlich schwer verlaufen, befällt aber laut RKI vor allem die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Die FSME-Infektion würde ebenfalls das zentrale Nervensystem befallen, könne aber zusätzlich zu Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns führen. In schweren Fällen könne die FSME zu bleibenden Schäden wie Lähmungen, Schluck- und Sprachstörungen und in Einzelfällen sogar zum Tod führen, so das RKI.

Der Gemeine Holzbock ist die am weitesten verbreitete Zeckenart Europas.
Der Gemeine Holzbock ist die am weitesten verbreitete Zeckenart Europas. © dpa-tmn | Marijan Murat

FSME: Das sind die Risikogebiete in Deutschland

Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg besteht laut RKI ein erhöhtes Risiko, an FSME zu erkranken. Rund 85 Prozent der FSME-Fälle entfallen auf diese beiden Bundesländer. Aber auch in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und seit letztem Jahr auch im südöstlichen Brandenburg werden vermehrt FSME-Infektionen gemeldet. Den Grund dafür sehen die meisten Experten im Klimawandel.

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Was kann man vorbeugend gegen Zecken tun?

Das RKI empfiehlt grundsätzlich eine Impfung gegen FSME für Kinder und ältere Menschen. Bis zum 60. Lebensjahr sollte der Impfschutz alle fünf Jahre aufgefrischt werden, danach alle drei Jahre. Im Freien sollte zudem lange Kleidung getragen werden, da sich die heimischen Zecken gern in hohem Gras, Gebüsch, Laub und nicht zu trockenen Wäldern aufhalten. Auch festes Schuhwerk und in die Socken gesteckte Hosenbeine können verhindern, dass Zecken in die Kniekehlen gelangen.

Ähnlich wie bei Stechmücken gibt es auch gegen Zecken chemische Repellentien, die eine zeitlich begrenzte Wirkung haben. Für den Wirkstoff Permethrin, der in vielen Zeckensprays enthalten ist, konnte 2018 in einer US-amerikanischen Studie gezeigt werden, dass mit dem Wirkstoff imprägnierte Kleidung einen guten Schutz vor Zecken bietet.

Weitere Tipps, um Zeckenstiche zu vermeiden:

  • Helle Kleidung: Auf heller, einfarbiger Kleidung sind Zecken leichter zu finden
  • Kontrolle: Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich nach Zecken absuchen