Für Wolter erfüllt sich ein Traum

Wolfsburg.  Die 22-jährige Fußballerin des VfL freut sich riesig über die Nominierung fürs Länderspiel gegen England – und kann mit Vater Thomas gleichziehen.

Pia Wolter ist seit Ende letzter Woche richtig gut drauf: Zuerst wurde sie erstmals für zum Nationalteam eingeladen, dann traf sie auch noch beim 5:2 gegen Duisburg für den VfL Wolfsburg.

Pia Wolter ist seit Ende letzter Woche richtig gut drauf: Zuerst wurde sie erstmals für zum Nationalteam eingeladen, dann traf sie auch noch beim 5:2 gegen Duisburg für den VfL Wolfsburg.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Der Sprung, den Pia-Sophie Wolter seit ihrem Wechsel zum VfL Wolfsburg im Sommer 2018 gemacht hat, ist groß. Die heute 22-Jährige gehört bei den Wolfsburgerinnen zum festen Stamm jener 13, 14 Spielerinnen, die fast immer eingesetzt werden. Wenn Coach Stephan Lerch die frühere Bremerin nicht von Anfang an aufbietet, dann ist seine erste Wechsel-Option. Ihre konstanten Leistungen beim Doublesieger sorgen nun auch dafür, dass Wolter erstmals im Kader der DFB-Frauen auftaucht. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nominierte sie für das Test-Länderspiel am 27. Oktober gegen England nach. Für die Tochter des langjährigen Bundesliga-Profis Thomas Wolter ist es eine Riesen-Auszeichnung.

Zu Beginn der vergangenen Woche hatte Wolter noch auf Abruf gestanden. Nachdem ihre VfL-Teamkollegin Alexandra Popp und auch Lena Lattwein (Hoffenheim) verletzungsbedingt hatten absagen mussten, rückte Wolter nach. Und damit ist sie ab Mittwoch, wenn sich das Nationalteam trifft, gleich mittendrin statt nur im Dunstkreis. Für die offensive Mittelfeldspielerin ging ein Traum in Erfüllung. „Als es offiziell war, hat man es ein bisschen mehr realisiert. Aber so richtig realisiere ich es erst, wenn ich am Mittwoch da bin“, sagt sie.

Wolter: Schub durch erste DFB-Nominierung

Dass ihr die erste Nominierung einen Schub gegeben hat, war schon am Sonntag beim 5:2 im Heimspiel gegen Duisburg zu merken, bei dem sie das 2:0 markierte, aber auch sonst immer wieder an der Entstehung gefährlicher Situationen beteiligt war. Die Nominierung hat sie da noch versucht auszublenden, aber sie gibt zu: „Wenn man für die Nationalmannschaft nominiert wird, ist das nicht gerade negativ fürs Selbstvertrauen.“ Und Wolter sagt weiter: „Und wenn man selbstbewusst ist und spielen kann, dann klappen auch Dinge, die sonst nicht unbedingt klappen.“

Macht Wolter so weiter, dann wird die laufende Spielzeit ihre beste im VfL-Trikot: Zwei Tore und zwei Vorlagen hat sie nach sieben Spielen schon auf dem Konto. Genauso viele wie in der Vorsaison, und zum Bestwert aus ihrem ersten Jahr fehlen nur noch ein Tor und ein Assist. Auch Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch gratulierte natürlich, meinte: „Das ist immer etwas Tolles, wenn man für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wird.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er an: „Ich kann es nur erahnen, ich hatte dieses Glück leider nicht.“

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Einsatz wäre das I-Tüpfelchen für die Wolfsburgerin

Das I-Tüpfelchen wäre für die sympathische Wolfsburgerin natürlich ein Einsatz am kommenden Dienstag. Damit würde sie übrigens in der familieninternen A-Länderspiel-Wertung mit ihrem Vater gleichziehen, der am 16. Dezember 1992 im argentinischen Porto Alegre beim 1:3 im Freundschafsspiel gegen Brasilien das erste und einzige Mal das Trikot mit dem Adler auf der Brust trug. Dann, so sagt Tochter Pia strahlend, „muss er mir auf jeden Fall einen ausgeben“.

Vater Thomas Wolter über Tochter Pia: Thomas Wolter über Tochter Pia- Sie kann sich durchsetzen

Für sie, die in der U20 und U19 20 Einsätze hatte, soll es nicht bei einem einmaligen Auftritt in der A-Nationalmannschaft bleiben. Sie sagt: „Ich bin nicht umsonst nach Wolfsburg gewechselt. Es war mein Ziel, dass wenn ich meine Leistung bringe, ich mich dafür empfehlen kann. Es ist schön, dass es jetzt geklappt hat.“ Sie ist übrigens nicht die einzige Wolfsburgerin, die nachnominiert wurde: Auch Keeperin Friederike Abt, die seit dem Bundesliga-Start wieder auf der Bank Platz nehmen muss, wurde erstmals berufen. Lerch sagt mit Blick auf beide: „Sie sollen das einfach genießen und versuchen, so locker wie möglich aufzuspielen.“

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Zwölf VfLerinnen sind mit den Nationalteams unterwegs

Insgesamt sind gleich zwölf VfLerinnen bei ihren Nationalteams: Neben Wolter und Abt wurden Kathrin Hendrich, Lena Oberdorf, Felicitas Rauch und Svenja Huth für Deutschland nominiert. Dominique Janssen, Shanice van de Sanden (beide Niederlande), Ingrid Engen, Karina Saevik (beide Norwegen), Zsanett Jakabfi (Ungarn) und Kararzyna Kiedrzynek (Polen) haben allesamt Aufgaben in der EM-Qualifikation zu lösen.

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