Rote Karte für Arnold: VfL Wolfsburg erkämpft noch ein 2:2

Berlin.   Bei Union Berlin treffen Steffen und Weghorst für den VfL, der mit dem Punkt zufrieden sein muss.

Ein hart umkämpftes Spiel lieferten sich der VfL Wolfsburg und Union Berlin in der Bundesliga.

Ein hart umkämpftes Spiel lieferten sich der VfL Wolfsburg und Union Berlin in der Bundesliga.

Foto: Darius Simka/regios24

Ein 2:2 und damit nur einen Punkt bei Union Berlin hätten die Akteure des VfL Wolfsburg im Vorfeld der Partie wohl abgelehnt. Doch nach den 90 Minuten in der Hauptstadt können sie damit zufrieden sein, denn die Ereignisse der zweiten Hälfte lassen die Wolfsburger eher von einem gewonnenen als von zwei verlorenen Zählern sprechen. In der 50. Minute hatte Maximilian Arnold für eine Notbremse die rote Karte bekommen. In Unterzahl erzielte Wout Weghorst dann noch den 2:2-Ausgleich (66. Minute) für die Wolfsburger Mannschaft von Trainer Oliver Glasner. Zuvor hatten Renato Steffen (10.), Sheraldo Becker (29.) und Robert Andrich (53.) getroffen.

Das Spiel im leeren Stadion An der Alten Försterei begann mit einem großen Schreckmoment für die Wolfsburger. Denn die VfL-Abwehr inklusive -Torhüter Koen Casteels schlief noch tief und fest, als Becker einem langen Ball hinterherspurtete und das leere Wolfsburger Gehäuse verfehlte. Zuvor war Casteels an der Kugel vorbeigerannt – das hätte schon die Union-Führung sein müssen. Allerdings: Glasners Team zeigte sich davon völlig unbeeindruckt, schüttelte sich kurz und drängte selbst aufs Tor. Yannick Gerhardt hätte in der 9. Minute schon die Führung besorgen können, doch die auf seine Chance folgende Ecke köpfte Steffen ein. Der 1,70 Mann aus der Schweiz bewies damit einmal mehr seinen formidablen Mix aus Sprungkraft und Technik. Denn von seinen 13 Bundesliga-Toren erzielte er sechs per Kopf. Eine beeindruckende Bilanz.

Der VfL Wolfsburg kontrollierte die Partie über Teile

Fortan kontrollierten die Wolfsburger die Partie mit hohem Einsatz, guter Passqualität und fester Struktur. Bis zur 29. Minute sah Union keine Sonne. Doch dann schnappte die berühmte Falle zu, mit der die Berliner oftmals agieren. Marin Pongracic spielte einen flachen Pass zu seinem Mitspieler Xaver Schlager, der mit dem Rücken zum Spielfeld in einer unkomfortablen Lage war. Die Berliner setzten ihn sofort unter Druck, gewannen den Ball und schalteten schnell um. Marcus Ingvartsen setzte Becker ein, dessen gekonnter Rechtsschuss zum 1:1 im Winkel einschlug (29.). Der war deutlich schwieriger als sein Versuch in der zweiten Minute. Aus dem Nichts hatten sich die Berliner in der Partie zurückgemeldet. Diesmal war die Wirkung auf die Wolfsburger zu spüren. Die folgenden zehn Minuten kontrollierte Union, ohne aber große Chancen herauszuspielen.

Erst unmittelbar vor der Pause gab es für beide Teams noch eine Möglichkeit: erst für Gerhardt (42.), der nach einem Wout-Weghorst-Pass frei durch war, aber in diesem Fußballerleben kein Torjäger mehr wird. Und dann setzte auf der Gegenseite Taiwo Awoniyi einen Flugkopfball vorbei (43.). Es endete eine erste Hälfte mit zwei bestimmenden Phasen. Die erste halbe Stunde ging an den VfL, die Viertelstunde vor der Pause an Berlin. Zur zweiten Hälfte brachte Glasner für den fahrigen Pongracic den erfahrenen Josuha Guilavogui.

Gegen Ende geriert der VfL Wolfsburg ins Hintertreffen

Der VfL-Kapitän musste allerdings mit ansehen, wie seine Mannschaft schnell ins Hintertreffen geriet. Arnold hatte Union-Stürmer Awoniyi auf dessen freiem Weg zum Tor umgezupft. Patrick Ittrich entschied zunächst auf Strafstoß, doch der Videoassistent stimmte den Feldschiedsrichter umgehend um. Der Tatort lag außerhalb des Sechzehners, die persönliche Strafe aber blieb bestehen: rot für Arnold, der in dieser Saison zu den Besten gehörte und nun ausfallen wird.

Doppeltes Pech für Wolfsburg, dass Andrich den Freistoß über die Mauer hinweg ins Tor schnippelte. Spiel gedreht, 2:1 für Union (52.) und ein Mann weniger für Wolfsburg. Eine Herkulesaufgabe. Es dauerte eine knappe Viertelstunde, ehe sich die Grün-Weißen von dem Doppel-Schock erholten. Dann knallte Josip Brekalo einen Schuss von halbrechts aufs Tor, den Unions Ingvartsen mit der Hand ablenkte: Strafstoß für den VfL, und Weghorst erzielte vom Punkt eiskalt sein zehntes Saisontor (66.).

Der VfL präsentierte sich trotz fehlendem Mann gut organisiert

In dieser Phase war der personelle Nachteil des VfL nicht zu bemerken. Erst in der 79. Minute klärte Casteels einen Kopfball des gerade eingewechselten Marius Bülter, Christopher Trimmels Nachschuss ging zudem vorbei. Unions Wachmacher für die Schlussphase? Eher nicht. Glasners Team arbeitete geschlossen gegen ein weiteres Gegentor und konnte kaum noch offensive Aktionen initiieren. Die Berliner ihrerseits kamen gegen die gut organisierten Wolfsburger nicht mehr durch. So endete die Partie mit 2:2.

Spiel kompakt

Union: Luthe – Hübner, Knoche, Friedrich – Trimmel, Andrich, Lenz – Griesbeck (86. Gogia), Ingvartsen (86. Ryerson) – Becker (77. Bülter), Awoniyi (77. Teuchert).

Wolfsburg: Casteels – Baku, Pongracic (46. Guilavogui), Brooks, Otavio – Schlager, Arnold – Steffen, Gerhardt, Brekalo (66. Mbabu) – Weghorst.

Tore: 0:1 Steffen (10.), 1:1 Becker (29.), 2:1 Andrich (52.), 2:2 Weghorst (66. Handelfmeter).

Gelbe Karten: Ingvartsen (1), Hübner (2), Knoche (1) / Weghorst (2.).

Rote Karte: Arnold (51., Notbremse, VfL).

Schiedsrichter: Patrick Ittrich.

Hier finden Sie die Noten für die Spieler: Unentschieden gegen Union: Die Noten für den VfL Wolfsburg

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