„Herbie“ geht in den Ruhestand: „Am Saisonende ist Schluss“

Wolfsburg.  Heribert Rüttger, seit 21 Jahren Zeugwart des VfL Wolfsburg, wechselt im Sommer zurück in die Pfalz. Wenn Wout Weghorst das nicht verhindert...

Torschütze Wout Weghorst (rechts) klatscht mit Zeugwart-Urgestein Heribert "Herbie" Rüttger ab. Hintergrund: Es ging ums "Gascho". 

Torschütze Wout Weghorst (rechts) klatscht mit Zeugwart-Urgestein Heribert "Herbie" Rüttger ab. Hintergrund: Es ging ums "Gascho". 

Foto: Darius Simka / regios24

Es war ungewohnt für ihn, als Heribert Rüttger am Wochenende in den Mittelpunkt rückte. Wout Weghorst war schuld. Der Niederländer lief nach seinem Ausgleichstor in Mönchengladbach zum Zeugwart des VfL Wolfsburg und klatschte mit ihm ab.

Den Hintergrund erklärte der 28 Jahre alte Topstürmer des Bundesligisten nach dem 1:1 im Borussia-Park selbst: Er sitze regelmäßig mit dem 63-Jährigen bei einer Tasse Kaffee zusammen, und dann spreche man über dies und über das. Nach einem Treffen vor dem Borussia-Duell versprach Weghorst dem Zeugwart, dass er sein nächstes Tor mit ihm feiern werde. Am Samstagabend war’s schon soweit – und Rüttger, der seit 21 Jahren ein wichtiges Rad im VfL-Team ist, aber nur selten öffentlich in Erscheinung tritt, rückte ins Rampenlicht.

Weghorsts kleine Geste

Am Sonntag besuchte der NDR die Wolfsburger, um die Geschichte des Jubels mit beiden Protagonisten zu erzählen. So saßen Rüttger und Weghorst im Medienraum des VfL-Centers beieinander und gaben einen Einblick in ihre Beziehung. „Er ist immer für mich und uns Spieler da“, sagt Weghorst, der von sich selbst behauptet, nicht der einfachste Profi zu sein. Warum? „Mal braucht er seine Sachen in Größe L, mal in XL. Daher packen wir seine Sachen oft doppelt ein“, erklärt Rüttger lachend. „Ein anderes Mal müssen wir ihm die Stutzen aufschneiden.“ Weil Rüttger, genannt Herbie, seinen Job seit vielen, vielen Jahren mit vollem Herzen ausführt, „ist es schön, mit einer kleinen Geste etwas zurückgeben zu können“, sagt Weghorst.

„Die Enkel warten in der Pfalz“

Zumal die Gelegenheiten, mit Rüttger zu jubeln, endlich sind. „Am Saisonende ist Schluss“, sagt der 63-Jährige. Der Ruhestand ruft. „Ich sehe dem mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen.“ Der Fußball und der VfL sind einerseits feste Teile seines Lebens. Andererseits: „Die Enkel warten in der Pfalz. Dahin wollen wir zurück“, sagt das Zeugwart-Urgestein.

Wolfgang Wolf holte Rüttger

Ex-Trainer Wolfgang Wolf hatte seinen pfälzischen „Landsmann“ vor 21 Jahren nach Wolfsburg geholt. Rüttger erlebte zahlreiche Trainer auf der VfL-Bank und noch viel mehr Spieler auf dem Rasen. Zu vielen ist eine besondere Beziehung entstanden, auch zu Weghorst. Der Niederländer sagt mit Blick auf den nahenden Ruhestand des Zeugwarts lachend. „Herbie denkt immer noch, dass er wirklich aufhört. Aber wir werden uns darum kümmern, dass er bleibt.“ Und dann ernsthaft: „Nein. Er hat das völlig verdient.“

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