In Mönchengladbach droht dem VfL Wolfsburg ein Geisterspiel

Wolfsburg.  Am Niederrhein, wo der VfL Wolfsburg am Samstag zu Gast ist, steigen die Infektionszahlen. Trainer Glasner weiß: „Niemand ist davor gefeit.“

Über 10.000 Zuschauer sahen Gladbachs 1:1 gegen Union Berlin. Doch wenn der VfL Wolfsburg am Samstag zu Gast, könnte der Borussia-Park wieder leer sein.

Über 10.000 Zuschauer sahen Gladbachs 1:1 gegen Union Berlin. Doch wenn der VfL Wolfsburg am Samstag zu Gast, könnte der Borussia-Park wieder leer sein.

Foto: Dieter Wiechmann via www.imago-images.de / imago

Auch Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg, nutzte die vier freien Tage am Ende der Vorwoche, um die Familie in Österreich zu besuchen. Nach der Rückkehr musste er sich einem Corona-Test unterziehen. „Sechs- oder sieben Mal“, zählt Glasner aus der Erinnerung nach, wurden seine Spieler und er in den vergangenen 14 Tagen getestet. Doch weil die Infektionszahlen nach oben gehen, drohen dem Bundesligisten wieder mehr Geisterspiele – und das erste gleich am Samstag ab 20.30 Uhr bei Borussia Mönchengladbach.

Beim FC Bayern steht’s bereits fest: Der Rekordmeister wird seine nächsten zwei Heimspiele aufgrund der Ansteckungsstatistik in der bayrischen Hauptstadt ohne Zuschauer austragen. Der VfL spielte zuletzt vor Fans, das 0:0 gegen den FC Augsburg sahen immerhin 4632 Anhänger in der VW-Arena. Endlich, so die Reaktion aller Beteiligten. Doch in Mönchengladbach wird’s womöglich wieder anders aussehen. In ihrem vergangenen Heimspiel gegen Union Berlin hatte die Borussia noch über 10.000 Fans begrüßen dürfen. Wie sieht’s am Samstag aus?

In Mönchengladbach steigen die Infektionszahlen

Noch sind Zuschauer zugelassen. Aber die Inzidenz, also die Anzahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner über den Zeitraum von sieben Tagen, lag am Dienstag bei 26,1. Es wird erwartet, dass der Wert bis zum Wochenende noch steigt – und die magische Grenze liegt für den Fußball-Fan bei einer Inzidenz von 35. Dann sind nämlich in Nordrhein-Westfalen keine Zuschauer mehr bei Bundesliga-Spielen erlaubt. „Ich habe eigentlich gedacht, dass alles in eine positive Richtung geht“, sagt Glasner schulterzuckend.

Doch diverse Corona-Fälle im Fußball, nicht zuletzt mit Kevin Mbabu und Renato Steffen auch im eigenen Team, zeigen für den 46-Jährigen eines: „Niemand ist davor gefeit.“ In Deutschland mussten zuletzt die Mannschaften von Zweitligist Erzgebirge Aue und Drittligist MSV Duisburg zeitweise in Quarantäne, weil es Infektionen gab – trotz des strengen Hygienekonzepts der DFL. „Doch viel mehr Sicherheit und Testungen sind eigentlich nicht möglich“, sagt Glasner.

In Wolfsburg liegt die Ansteckungsrate deutlich niedriger

Ob mit oder ohne Zuschauer: Die Wolfsburger haben sportlich einiges vor in Mönchengladbach. Sie wollen den ersten Saisonsieg nach drei Remis zum Start. Eine Woche später ist dann Arminia Bielefeld zu Gast beim VfL – höchstwahrscheinlich vor Zuschauern. Denn im Vergleich zu vielen anderen Städten und Regionen in Deutschland sind die Infektionszahlen in Wolfsburg klein. Die Inzidenz in der Stadt lag zuletzt bei 7,2.

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