Unter der Belastung zeigen sich die Baustellen im VfL-Kader

Freiburg.  Mit acht Neuen starten die Wolfsburger in Freiburg. Werbung für sich macht beim 1:1-Unentschieden beim SC Freiburg keiner.

Nicht nur Freiburgs Führungstor, das der SC hier bejubelte, offenbarte die Probleme des VfL Wolfsburg.

Nicht nur Freiburgs Führungstor, das der SC hier bejubelte, offenbarte die Probleme des VfL Wolfsburg.

Foto: Darius Simka / regios24

Der VfL Wolfsburg muss weiter auf seinen ersten Sieg in der neuen Bundesliga-Spielzeit warten. Nach dem 0:0 gegen Leverkusen in der Vorwoche gab’s am Sonntag ein 1:1 beim SC Freiburg. Es gab zwar keine drei Punkte, aber einige wichtige Erkenntnisse, die noch nützlich werden könnten. Vor allem die: Der VfL hat einige Baustellen in seinem Kader, insbesondere in der Breite. Die Wolfsburger werden wohl noch auf dem Transfermarkt aktiv werden müssen.

VfL-Trainer Oliver Glasner muss sieben Mal wechseln

Dass das Programm im September mit Liga, Pokal und Europa League-Qualifikation heftig werden würde, war den Verantwortlichen bewusst. In Freiburg wurden die Folge dieser Beanspruchung sichtbar. Sieben Mal musste VfL-Trainer Oliver Glasner im Vergleich zum Spiel am Donnerstag gegen Chernihiv wechseln, um eine vermeintliche fitte Elf auf dem Rasen zu haben. „Wir haben noch nie in dieser Formation trainiert, daher bin ich sehr zufrieden mit der Mentalität, mit der die Mannschaft um den Punkt gekämpft hat“, sagt der Österreicher. An Einsatz und Leidenschaft gab’s in der Tat wenig auszusetzen. Doch am Fehlen einer spielerischen Linie waren die Folgen der Belastung abzulesen.

Überraschend kommt’s für Glasner nicht. „Ich glaube, es haben alle Trainer, die international spielen, schon angesprochen“, erklärt der 46-Jährige. „Es ist eine außergewöhnliche Situation. Wir hatten nur zweieinhalb Wochen Vorbereitung, dann waren viele Spieler schon wieder bei der Nationalmannschaft.“ Als Beispiel greift Glasner Xaver Schlager heraus, der nur eingewechselt worden war. „Es war seine siebte Partie in drei Wochen“, rechnet der VfL-Coach vor. „Wenn man die Spieler fragt, geht’s immer. Aber als Trainer muss ich die Jungs auch schützen.“

Keeper Koen Casteels und Joao Victor verletzt

Doch damit das auch gelingt, müssen sich andere zeigen. Und der zweite Anzug des VfL hat in Freiburg nicht wirklich gepasst. Daniel Ginczek konnte als Vertreter Wout Weghorsts nicht überzeugen. Auch Yunus Malli nutzte seine Chance nicht. Dass er sie überhaupt bekam, war schon überraschend. Der Deutsch-Türke absolvierte seine ersten Pflichtspiel-Minuten der Saison, hatte zuvor stets zuschauen müssen. Glasner gibt zu, dass auch der Fitnesszustand eine Rolle gespielt hat. Sprich: Malli durfte vor allem deshalb spielen, weil Admir Mehmedi Schonung benötigte – und eine andere Alternative nicht vorhanden ist. Der VfL-Coach war auch einverstanden mit Mallis Auftritt und erklärt: „Er hat sich voll reingeworfen und versucht, alles umzusetzen. Ich bin zufrieden.“

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Doch die personellen Probleme werden nicht kleiner – im Gegenteil. Keeper Koen Casteels hatte sich beim Warmmachen am Knie verletzt, Diagnose offen. Und Joao Victor zog sich eine Muskelverletzung zu, wird voraussichtlich auch erst einmal ausfallen. Auch für den Rest der Mannschaft bleibt wenig Zeit zur Regeneration, am Donnerstag geht’s im Playoff-Spiel bei AEK Athen um das Erreichen der Gruppenphase. „Wenn wir das schaffen, geht’s in dem Rhythmus bis Weihnachten. Das ist brutal herausfordernd“, weiß Glasner.

Der VfL wird etwas tun müssen, um seinen Kader in der Breite besser auf die nächsten Wochen und Monate vorzubereiten.

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